Leserbrief

Geschwindigkeitstafel

Ein trauriger Smiley sucht nach Rasern

Man kann sich ja über Sinn und Unsinn so mancher Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte oder vielmehr darüber, wo sie aufgestellt oder angebracht wurden, sicher wunderbar streiten.

Über das, was allerdings im Süden von Bensheim in einer Seitengasse (Stichstraße zwischen Hemsbergstraße und Keltenstraße, Gesamtlänge 40 Meter) an die einzig vorhandene Straßenlaterne montiert wurde, muss ich mich doch sehr wundern. Man sieht es nicht gleich, es ist eine dieser wundervollen LED-Anzeigen, die einem beim Vorbeifahren einen grünen Smiley und die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen, sofern man sich innerhalb der erlaubten Höchstgeschwindigkeit bewegt. Jetzt ist in diesem Wohngebiet generell auf allen Straßen nicht mehr als 30 km/h erlaubt und durchaus absolut sinnvoll, da hier auch gerne mal der Nachwuchs auf der Straße spielt, fährt oder läuft.

So eine Anzeigetafel in der Keltenstraße an der dritten Laterne hätte wirklich Sinn gemacht, da in dieser Straße doch recht viele etwas zu schnell fahren. Aber nein, es scheint wohl mehr Bedarf in der Verbindungsgasse, die von der Keltenstraße zum Wendehammer am Ende der Hemsbergstraße führt, zu geben.

Drei oder vier Autos am Tag

Da hängt sie nun und wartet geduldig, bis mal ein Fahrzeug den Weg herunterfährt, denn nur wer von oben kommt, wird von der Tafel über sein Tempo (mit einem freundlichen Smiley) informiert. Falls mal einer kommt, denn die meisten Autofahrer, die diese Straße nutzen, tun dies von unten nach oben, um nicht in der Keltenstraße drehen zu müssen. Aber auch das sind allenfalls drei oder vier Autos am Tag.

Sollte es doch einmal in der Woche vorkommen, dass sich jemand verirrt und die Straße herunterfährt, so glaube ich nicht, dass es sich zufällig um einen professionellen Rallyefahrer handelt. Denn nur so einem traue ich ein Manöver zu, das man zweifelsohne benötigt, um nach 40 Metern schmaler Gasse mit mehr als den erlaubten 30 km/h eine 90-Grad-Kurve zu fahren, wo zudem rechts und links parkende Fahrzeuge stehen.

Verschwendung von Steuergeld

Kein halbwegs vernünftig denkender Mensch wird dort mit überhöhter Geschwindigkeit runterrasen, also braucht’s auch keine Tafel, die einen freundlich darauf aufmerksam macht, dass alles im grünen Bereich ist und man nicht zu schnell fährt. Ich will gar nicht wissen, wie viel so eine Tempo-Hinweis-Tafel kostet, plus die Montage, aber auf wessen Kosten diese aufgehängt wurde, wäre nett zu erfahren. Sollten es nämlich, wie so oft, unsere Steuergelder sein, dann wäre das wieder ein Musterbeispiel sinnloser Verschwendung von Steuergeldern.

Aber lasst sie ruhig hängen, so weiß ich wenigstens jetzt immer, ob ich mit 5 oder mit 7 km/h zum Briefkasten gelaufen bin. Oder tut was Gutes und hängt sie dort auf, wo sie wirklich gebraucht werden, an Grundschulen, Kindergärten oder an Straßen, die an einem Spielplatz vorbei führen.

Alexander Felgenhauer

Bensheim

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