Leserbrief

Bürgermeisterwahl

Eine Kandidatin mit vielen Kompetenzen

„Wechselstimmung genutzt“, BA vom 17. November

Mit einer „bis dato unbekannten Einzelbewerberin“ hatte Herr Kahnt (AfD) nach seinen eigenen Worten nicht gerechnet, und dass sie dem bisherigen Bürgermeister Rolf Richter in „einer Stichwahl das Nachsehen geben könnte“, hat ihn ebenfalls überrascht. Das ist wohl vielen Bensheimern so ergangen, wenn für sie auch Christine Klein keine Unbekannte ist.

Rolf Kahnt versteigt sich zu der Behauptung, dass die Entscheidung nur nach Gesichtern und nicht nach Expertisen oder Kompetenzen stattgefunden habe. Dann setzt er noch eines drauf, die Wahl von Christine Klein sei in erster Linie glücklichen Umständen zu verdanken. Vielleicht sollte er sich darüber informieren, wofür Frau Klein das Bundesverdienstkreuz erhalten hat – und zwar lange vor der Wahl.

Sie gehörte zu den Begründerinnen der Spielerei in Bensheim, sie koordinierte den Mütter-Kind-Treff, ist Vorsitzende des Trägervereins Frauenhaus Bergstraße, sie hat einen Verein „Integration durch Bildung Bergstraße“ gegründet und erhielt für ihr kommunalpolitisches Engagement vom Bundesfamilienministerium den „Helene-Weber-Preis“. Sie war auch sieben Jahre lang deutsche Vorsitzende des „Europäischen Netzwerks für Frauen im Polizeidienst“. Mit 44 Jahren besuchte sie noch die Verwaltungsfachhochschule und schloss sie als Oberkommissarin ab.

Die Bensheimer hatten also durchaus die Wahl zwischen zwei kompetenten Kandidaten und haben sich für Frau Klein entschieden. Herr Kahnt, als stellvertretender AfD-Fraktionsvorsitzender, wünscht ihr Glück in ihrem neuen Amt. Schon der Volksmund weiß, dass auf die Dauer nur der Tüchtige Glück hat. Es sieht alles danach aus, dass das Sprichwort in diesem Fall Recht behalten hat.

Manfred Distler

Bensheim

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