Leserbrief

Haus am Markt

Einen Fehler zu korrigieren, ist kein Verrat

Jetzt ist es also so weit: Das schöne Haus am Markt ist nur noch ein Haufen Schutt, an dem die Bagger nagen. Mit letzter Kraft erhebt es sich nun noch einmal aus dem eigenen Grab, um die Initiatoren des eigenen Abrisses mit in die Tiefe zu reißen.

Wie schön es doch immer anzuschauen war, ein Knotenpunkt Bensheimer Geselligkeit. Sein Erhalt von vielen gefordert – hört man. Ist es nicht vielmehr so, dass der hässliche Klotz ewig leer stand und schon längst zur Kostenfalle mutiert war?

Ein Schandfleck

Es ist mir vollkommen gleich, bei wem ich mich nun zu bedanken habe, dass dieser Schandfleck dem Erdboden gleichgemacht wurde. Die, welche am lautesten schreien, sind es nicht.

Das avisierte Gastronomiekonzept muss sich hierbei übrigens nicht zwangsläufig am Kopfende des Marktplatzes abspielen – und wenn der Eigentümer der viel diskutierten Fachwerkhäuser zu gierig ist, sollte man vielleicht das Gespräch mit anderen Immobilienbesitzern suchen. Wenn die Stadt erst woanders investiert hat: Mal sehen, was viele Jahre leerstehende Fachwerkhäuser auf dem freien Markt dann noch wert sind.

Ist die Denkmalschutzbehörde eigentlich auch für bestehende Fachwerkbauten zuständig, die in zentraler Lage vor sich hin verrotten, oder nur für 70er Jahre Sünden? Hier könnte die für Denkmalschutz zuständige Behörde auch einmal Pluspunkte in der öffentlichen Wahrnehmung sammeln.

Ideen und konstruktive Vorschläge

Einen Fehler einzugestehen und die Richtung des Handelns entsprechend zu korrigieren, ist kein Zeichen von Schwäche und Verrat, sondern sinnvoll.

Betrachten wir den jetzigen Status quo als Chance, etwas aus unserer Innenstadt zu machen. Ohne Schuldzuweisungen, aber mit Ideen, konstruktiven Vorschlägen und positiven Gedanken.

Wir brauchen jetzt keine Personaldiskussion, sondern eine Sachdiskussion, parteiübergreifend, zum Wohle unserer Stadt und all seiner Bürger.

Jürgen Stockmann

Bensheim

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