Leserbrief

Illegale Müllentsorgung

Einrichtungen müssen zur Verfügung stehen

„Immer mehr Müll illegal entsorgt“, BA vom 8. April

Der Lorscher Bürgermeister Christian Schönung erregt sich über das Fehlverhalten der Bürger bei der Entsorgung des Wohlstandsmülls. Ja, was denkt denn ein Bürgermeister als gewählter Vertreter der Bürger, wie die Bürger dieses Problem lösen sollen bzw. können? Den Müll in Regale einlagern? Hallen anmieten? Keinen Müll produzieren?

Der ZAKB ist aufgrund der Gesellschafterstruktur aus meiner Sicht ein Teil der öffentlichen Ordnung. Die gewählten Vertreter im Kreis Bergstraße haben dem ZAKB eine Monopolstellung verschafft, die ungebremsten Zugang zu dem Geldbeutel der Bürger beinhaltet. Es wurde ein Abhängigkeitsverhältnis aufgebaut und in Sachen Müllentsorgung wurde eine freie Marktwirtschaft eliminiert.

Personalmangel als Grund für Dauerschließungen kann man so nicht gelten lassen. Es ist Aufgabe der Geschäftsführung, für einen Plan B zu sorgen. Die Gesellschafter haben eine Aufsichtspflicht. Diese Aufsichtspflicht beinhaltet, darüber zu wachen, dass den Bürgern die Einrichtungen, für die sie bezahlen müssen, auch durchgängig zu Verfügung stehen.

Wenn ein Land, eine Stadt oder eine Gemeinde, respektive deren gewählte Vertreter, die öffentliche Ordnung nicht gewährleisten können, liegt ein generelles Versagen vor. Es ist eine primäre Aufgabe des Staates und dessen Institutionen, für eine öffentliche Ordnung zu sorgen. Sicher, das Problem ist in Corona-Zeiten etwas kniffliger als Falschparker aufzuschreiben. Alles, was nicht leicht zu bewerkstelligen ist, wird auf die Bürger abgewälzt.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, finden Sie eine Lösung des Problems, das ist Ihre Aufgabe!

Karl Kraft

Bensheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe

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