Leserbrief

Haus am Markt

Einspruch erheben, auch wenn es hoffnungslos scheint

Stadtreparatur an prominenter Stelle, BA vom 2. Februar

Keine Sorgen um die Zukunft des Hauses am Markt. Die braucht man sich sicherlich nicht mehr zu machen, wenn bei der Demo am Samstag nur gerade mal 60 Bürger anwesend waren. Die Bensheimer scheinen mit dem Abriss einverstanden zu sein. Wen interessiert das schon, was die gewählten Politiker veranstalten. Wie sie Steuergelder des Bürgers verschwenden.

Und so, wie im Artikel berichtet, freuen sich nun die Endscheider, dass ein namhafter Mieter gefunden wurde, der natürlich auch gleich entsprechende Forderungen stellte.

Geld spielt keine Rolle

Geld spielt bei kommunalen Vorhaben keine Rolle. Was sind auch schon ein paar Hunderttausend Euro mehr bei den jetzt bereits 6,8 Millionen. Man könne das „Vorhaben wirtschaftlich darstellen“. Denn mit Mieteinnahmen und städtischem Zuschuss ginge das. „Wir setzen mit dem Projekt am Marktplatz ein wichtiges Zeichen. Das können wir tun, weil wir an dieser Stelle handlungsfähig sind“, sagt der Stadtrat. Die Vorgehensweise am Marktplatz dürfe nicht als Blaupause für die gesamte Innenstadt verstanden werden. Aber dort sei es eine Bereicherung.

Man will doch mit dem Vorhaben dem Marktplatz seine Bedeutung zurückgeben – so ein BfB-Mitglied. Es gehe schließlich darum, eine „trostlose Situation“ zu beheben. Also der Café-Betreiber ist die Initialzündung für den trostlosen Marktplatz? Und dem gibt man nun auch noch die Möglichkeit, ein zusätzliches Kellergeschoss anzulegen, denn mit einer Reduzierung des Gastraums als Lagerfläche im Erdgeschoss hätte es sich für den Betreiber nicht mehr gerechnet.

Gezieltes Konzept nötig

Nun gilt es, aktiv zu werden und diesen ach so unpraktischen Bau möglichst schnell abzureißen. Denn mit einem nun in Anlehnung an das klassizistische Rathaus von 1884 geplanten Neubau macht man einen Rückgriff in die Historie und man betreibt „Stadtreparatur an dieser Stelle“. Welch eine Logik! „Stadtreparatur“ müsste eigentlich ganzheitlich geschehen. Und die ist in Bensheim dringend notwendig. Das lässt sich nur mit einem generellen und gezielten Maßnahmenkonzept aller Baustellen in dieser Stadt lösen – aber nicht mit einem Café Extrablatt in einem neuen Gebäude.

Gegen Stuttgart 21 demonstriert

Eindringlicher Aufruf an alle Bensheimer Bürger: Einige hundert haben es bereits getan. Äußern sie ihre Meinung. Öffentlich. Und sagen sie nicht: Was hat denn dieser Einhäuser zu melden. Antwort: Ich war auch bei den Demos in Stuttgart 21 dabei und wohne nicht dort.

Wir haben sicher damit den Denkprozess bei vielen Menschen verändert. Einige Endscheider würden heute nicht mehr zustimmen, wie man weiß. Und es wird trotzdem weitergebaut.

Es lohnt sich immer in einer Demokratie, Einspruch zu erheben, auch wenn es hoffnungslos erscheint und man anfängt, zu verzweifeln.

Klaus Straub

Einhausen

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

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