Leserbrief

Werbung

Einzelhändler bleiben so auf der Strecke

Die Bensheimer Einzelhändler lassen sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie etwas einfallen, um der Krise entgegenzutreten. Das ist gut, wichtig und richtig! Über das „Wie“ lässt sich jedoch trefflich streiten. Und das begann schon mit der Werbung. Da soll in einer großflächigen Zeitungsanzeige im BA mit einem überdimensionierten Foto des Bürgermeisters und der Stadtverordnetenvorsteherin für den Bensheimer Einzelhandel geworben werden.

Die Einzelhändler als eigentliche „Hauptdarsteller“ der Aktion aber sind in verschwindend kleinen Lettern aufgeführt und bleiben so auf der Strecke, während doch gerade sie diese Wahlwerbung für den Bürgermeister zu finanzieren haben.

Da wundert es nicht, dass der „Erfolg“ dieser Aktion der misslungenen Werbung entsprach. Es waren zwar durchaus Besucher in der Bensheimer Innenstadt unterwegs, diese bewegten sich aber überwiegend ohne Kauflust vor und nicht in den Geschäften. So blieben denn die Corona gebeutelten Kassen der Einzelhändler trotz Personal- und Geldaufwand auch an einem verkaufsoffenen Sonntag fast leer und ließen frustrierte Geschäftsinhaber zurück.

Kleiner Tipp für weitere Aktionen: Vielleicht lässt sich ja ohne Wahlwerbung für politische Funktionsträger, dafür aber mit attraktiven Angeboten für Kinder und sonstige Belustigungen ein ertragreicheres Ergebnis für den Einzelhandel erzielen. Dazu könnten zum Beispiel Kinderkarussells, die etwa nur mit der Hälfte der Fahrzeuge oder Figuren ausgestattet und speziell auf die aktuellen Abstandsbestimmungen ausgerichtet sind, oder etwa Stelzenläufer, die genügend Abstand zu den Besuchern haben, als Erfolgsgaranten dienen.

Hans Kagermeier

Bensheim

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