Leserbrief

Atomausstieg

Engelhardt schont seine Parteifreunde

"Christian Engelhardt: "Es muss konsensfähig sein", BA vom Donnerstag, 5. März

CDU-Landratskandidat Engelhardt glaubt, dass "der Atomausstieg nach Fukushima eventuell etwas übereilt entschieden wurde". Ich bin allerdings davon überzeugt, dass der Atomausstieg nicht übereilt war. Er kam sogar zu spät.

Aussage klingt zynisch

Wenn ausgerechnet ein Vertreter der CDU darüber lamentiert, dass nach Fukushima zu schnell gehandelt worden sei, ist das schon zynisch. Es war schließlich die Union, die zusammen mit der FDP vor den schlimmen Ereignissen in Japan die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängerte, um anschließend innerhalb kürzester Zeit eine Kehrtwende zu machen und die Meiler vom Netz zu nehmen.

Wegen der Atomenergie-Gläubigkeit der Union wurde wertvolle Zeit verschenkt, um in die Erneuerbaren Energien einzusteigen. Sie wurden von der CDU noch bis kurz vor Fukushima diffamiert.

Keine gute Voraussetzung

Wenn Engelhardt aber meint, dass der Ausstieg, insbesondere das sogenannte "Moratorium", dilettantisch von der hessischen CDU umgesetzt wurde, hat er schlicht Recht. Wer rechtswidrige Stilllegungsbescheide - weil: ohne Anhörung und ohne richtige Rechtsgrundlage - in die Welt setzt, muss sich nicht wundern, dass er damit Tür und Tor für Schadensersatzklagen in dreistelliger Millionenhöhe geöffnet hat. Engelhardt hätte die dafür Verantwortlichen dann aber nennen müssen. Er waren die damalige Umweltministerin Puttrich und Ministerpräsident Bouffier. Die Schonung der Parteifreunde scheint Methode zu haben. Das ist keine gute Voraussetzung für einen Landrat.

Axel Tzschentke

Einhausen

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