Leserbrief

Bauschutt-Recyclinganlage

Es geht nicht gegen die Firma und gegen Recycling

„Da wird ein Popanz aufgebaut“, BA vom 17. Dezember:

Was ist mir beim Lesen des Duos Schneider / Helbig spontan eingefallen? Sie haben nach einer so langen Zeit immer noch nicht verstanden, worum es geht. Es geht hier um ein Projekt und nicht um Parteipositionen. Es ist billig, die Grünen wegen ihrer Position in der Abstimmung anzugreifen, Recycling sei das Gebot der Stunde. Darum geht es nicht.

Es geht nicht gegen das Unternehmen, es geht nicht gegen Recycling. Es geht um die Position einer solchen Anlage zwischen den Wohn- und Gewerbegebieten Gadernheim und Kolmbach. Es geht um Sinnhaftigkeit. Diese brauchen Schneider und Helbig aber nicht, Hauptsache sie agieren rechtsstaatlich.

Selbst ein Professor kann nur mit den Daten rechnen, die ihm mitgeteilt werden. Das Unternehmen des Investors wurde in seiner Leistung nie infrage gestellt. Es wurden sogar ausdrücklich die Mitarbeiter und deren Leistung hervorgehoben, und ich habe mich dafür entschuldigt, dass genau diese Mitarbeiter nun in die Diskussion geraten.

Im Mantra verhaftet

Bürgernähe spürt man, wenn Herr Schneider mitteilt, dass er mit „einem“ Kolmbacher Bürger gesprochen hat. Wertschätzend ist auch, dass er Verständnis hat, dass die Kolmbacher Hintergrundwissen über Recycling nicht in ihr Kalkül mit einbeziehen. Diese Menschen scheinen sich nur mit ihrem Hügel und Tal zu beschäftigen, Interesse an Weltgeschehen und Wirtschaft sucht man vergebens. Kolmbacher stehen für Popanz, geben Dingen eine vermeintliche Bedeutung, betreiben damit Einschüchterung. Deswegen „können die Bürger die nicht in Kolmbach wohnen, nicht verstehen, was da vor sich geht“.

Bürgermeister Helbig fragt nach dem Neuigkeitswert der Infoveranstaltung. Wenn er da gewesen wäre, könnte er es vielleicht beantworten. Alexander Strohmenger von der LWG/CDU war da, hat sogar vertiefende Verständnisfragen gestellt. So geht Politik auch, das ist Größe.

Helbig aber ist in seinem Mantra verhaftet und predigt Rechtsstaatlichkeit. Gleichzeitig benennt er die Anfrage der Wirtschaftsförderung Bergstraße zur Ansiedlung eines weiteren Abbruchbetriebs und bestätigt damit die Bedenken der Bürger.

Es ist schade, dass die Leistung und das Schaffen von Michael Helbig vollkommen in den Schatten geraten. Auch Otto Schneider tut sich nach 45 Jahren Dienst für die Stadt keinen Gefallen. Die Steuerung des Projektes ist beiden aus dem Ruder gelaufen, nun watscht man ab: Die Mitglieder des Stadtparlaments hätten auf die Homepage schauen können, die Grünen sind gegen Recycling, die Bürger nicht zu informieren ist rechtsstaatlich begründet. Der Lautertaler Bürgermeister Andreas Heun beugt sich dem Druck der Bürger, hat wohl somit nicht das Kreuz wie das Duo Schneider / Helbig. Einfach traurig.

Jürgen Fleer

Kolmbach

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