Leserbrief

Bürgermeisterwahl

Es ist mehr Sinn für die Gemeinschaft gefragt

Positives ausklammern. Das ist einfach im Leben. Bringt uns aber nicht nach vorne. Besser machen – das muss das Ziel sein.

In Bensheim läuft sicherlich nicht alles schlecht, wie es viele Kritiker immer beschwören. Einige Beispiele der erfreulichen Entwicklungen sollte man mal aufzählen:

Bensheim ist eine attraktive Stadt. Der Zuzug der letzten Jahre zeigt deutlich, wie attraktiv Bensheim wirklich ist, denn Menschen stimmen bekanntlich letztlich mit ihren Füßen ab.

Mit dem Masterplan 100 Prozent Klimaschutz und 35 umgesetzten Projekten ist Bensheim vorbildlich. Ob Next Bike, Ausbau des Busnetzes, Photovoltaik, energetische Gebäudesanierung, Elektrofahrzeuge in der städtischen Flotte oder Ladestationen – Bensheim belegt einen Spitzenplatz im Kreis.

Seit 2015 sind alle Haushalte der Stadt mit einer schwarzen Null eingebracht worden und durch eine über das Jahr sich verbessernde Lage positiv abgeschlossen worden. Dass Corona-bedingt hier Änderungen eintreten werden, hat nun wirklich nichts mit Missmanagement der letzten Jahre zu tun.

Hospital konnte erhalten werden

Ein aktives Stadtmarketing ist vorhanden. Bei Verhandlungen mit privaten Eigentümern wurden angemessene Lösungen gesucht. Dass man Erpressungsversuchen nicht nachgibt, zeugt von verantwortungsvollem Umgang mit Steuergeldern.

Unser Krankenhaus konnte erhalten werden und mit dem neuen Geburtshaus kommt ein neuer Schwerpunkt ärztlicher Versorgung nach Bensheim. So viel zu einigen positiven Beispielen.

Nun möchte ich auf Leserbriefe dieser Woche eingehen. Ein Leserbriefschreiber beklagt das mangelnde „Wir-Gefühl“ für Bensheim. Die Bürger haben sich mehrheitlich für eine Sanierung des Bürgerhauses ausgesprochen. Dies hat Bürgermeister Richter umgesetzt, das Bürgerhaus wird in wenigen Monaten neu eröffnet. Die Architekten und Baufachleute haben die Pläne gemacht, sicherlich nach bestem Wissen. Wer sich nun im Nachgang beschwert, hätte doch vor der Entscheidung sein Alternativkonzept nennen können. Mir ist von einem solchen Gegenvorschlag nichts bekannt.

Die Bürger wollen den Schorschblick auf die Kirche Sankt Georg behalten. Diese Stimmung hat Bürgermeister Richter aufgegriffen. Wird er nun dafür kritisiert, dass er das Gespür für uns Bensheimer hat und sich für das „Wir-Gefühl“ einsetzt? Will der Schreiber des Leserbriefes wirklich das Haus am Markt zurück oder ein anderes großes Gebäude vor der Kirche? Wohl nicht, aber Kritik wird trotzdem heftig geübt.

Die Bürger wünschen sich eine Öffnung der Lauter in der Innenstadt. Als Ergebnis der Veranstaltungen, bei denen viele mitdiskutiert haben, ergab sich das. Das Bürgernetzwerk setzt sich dafür ein. Doch ein weiterer Leserbriefschreiber meint nun, ein solches „Prestigeobjekt“ könnten wir uns sparen. Nein, wollen wir nicht, weil es gegen das „Wir-Gefühl“ wäre.

Es ist gut, dass Bürgermeister Richter die Maßnahme an der Lauter umsetzen und auch in finanziell schwierigen Zeiten für die Innenstadt das Geld investieren möchte. Oder sollen wir die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung über den Haufen werfen? Warum stellen sich nun einige gegen das, was gemeinsam erdacht wurde, während immer mehr Bürgerbeteiligung gefordert wird?

Mehr Sinn für die Gemeinschaft ist gefragt. Nicht die eigene Sicht der Dinge bestimmt, was richtig ist. Sondern alle wollen doch für das „Wir-Gefühl“ eingebunden sein.

Inge Fertig

Bensheim

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