Leserbrief

Erschossene Hunde

Freilaufgehege ist sicherlich eine Überlegung wert

Wie recht hat doch die Leserbriefschreiberin mit dem Vorschlag, ein Freilaufgehege einzurichten. Das könnte allen Seiten dienen.

Ich wohne am Kirchberg und bin oft am und um den Bensheimer Hausberg unterwegs. Aufschrei und Trauer um die beiden Hunde sind durchaus nachvollziehbar.

Es bleiben Fragen offen

Aber bei tobenden Hunden „abseits von Wiesen“, wie eine andere Leserbriefschreiberin schreibt, scheint es dann doch erstaunlich, dass die ja somit nahen Hundebesitzerinnen die Schüsse nicht zumindest bedrohlich erlebten. Das dann doch lange Suchen nach den toten Tieren lässt dazu Fragen offen.

Als Gegengewicht dazu sollte auch die Seite der Nichthundehalter aufgezeigt werden. Im Wald erleben wir oft, dass die Besitzer freilaufender Hunde nach höflicher Aufforderung, nachdem ihr Hund, der einem gerade „ganz lieb“ ansprang und abschleckte, immer ähnliche Reaktionen zeigen.

Gebetsmühlenhaft werden Satze geflötet wie „der ist so lieb, der tut ihnen nix“ oder „das hat er noch nie gemacht“. Anleinen? Meist Fehlanzeige! Sicherlich von vielen Spaziergängern tausendmal erlebt! Den durch den Wald gehetzten Tieren nutzt das leider wenig.

Berechtigte Ängste akzeptieren

Das ist schlechte Schule und Erziehung der betroffenen Hundebesitzer. Den Hunden kann man da keinen Vorwurf machen.

Der Jagdtrieb ist Natur pur, der Mensch am anderen Ende der Leine ist ganz alleine der Verantwortliche. Eine Akzeptanz der berechtigten Ängste (auch bei Familien mit Kindern zu beobachten) bei freilaufenden Hunden ist selten zu beobachten, eher ein arrogantes Lächeln der Hundehalter kommt einem da entgegen.

Wir hatten in Familie und Umfeld schon zwei Fälle von Hundebissen in die Köpfe der Kinder zu ertragen, natürlich von „lieben Hunden“, die „noch nie“ gebissen hatten. Das ist nicht lustig, und daher ist der Vorschlag eines Freilaufgeheges sicher überlegenswert.

Besser jedenfalls, zwei Hunde am Kirchberg erschossen, als zwei Kinder durch Hundebisse verletzt oder getötet.

Wäre der Aufschrei auch so groß gewesen, wenn es sich um Schäferhunde, Rottweiler oder andere Kampfhunde gehandelt hätte? Es wäre wünschenswert, wenn durch den bedauerlichen Vorfall am Kirchberg zumindest generell ein Nachdenken über Regeln für eine einvernehmliche und friedliche Koexistenz von Hund, Hundehalter, Wild und Spaziergängern einsetzen würde.

Bernhard Elbert

Bensheim

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