Leserbrief

Marktplatz

Fühle mich als Teilnehmer schlicht veralbert

Wesentlich wurden beim zweiten Dialogforum zur Gestaltung des Marktplatzes drei Bilder projiziert, die Einzelheiten der Ergebnisse von Arbeitsgruppen darlegten. Über vieles wurde abgestimmt, wobei manchen Bürgern nicht klar war, über was man gerade abzustimmen hatte.

Entsprechend fielen die Ergebnisse aus. Diese Situationen ergaben sich aus nicht eindeutigen „Fragen“ wie auch aus den drei Stimmkarten für jeden Teilnehmer. Eine sehr merkwürdige Abstimmungstechnik war erkennbar, kein Ruhmesblatt für die Kommunikations-Fachkräfte im Hintergrund.

Abstimmung verweigert

Ein Bild befasste sich mit der Thematik „Keine Bebauung“. Eine Abstimmung dazu wurde von Moderator Karl-Heinz Schlitt verweigert. Dies, obwohl mindestens drei starke Wortmeldungen eine Abstimmung forderten. Schlitt „vertröstete“ die Einsprecher. Diese könnten sich nach der Veranstaltung bemerkbar machen und sich mit ihm, wenn gewünscht, besprechen. Das ist erfolgt.

Eine Teilnehmerin erwartete, dass die zahlreichen Mandatsträger (Stadtverordnete) und Bau-Interessierte (MEGB), geschätzt 30 Personen, sich der Stimme enthalten sollten. Die Dame wurde regelrecht niedergemacht.

Auffällig war der „Absender“ der Bilder – das Bürgernetzwerk, der Verein Transforum und die Stadt Bensheim. Gemäß der BA-Meldung hat die Stadt in der Sache an das Transforum 45 000 Euro gezahlt. Wollte die Stadt mit Gewalt ein ihr genehmes Stimmungsbild pro „Haus am Markt 2.0“ erreichen?

Ergebnisse ohne Wert?

Auch die Abstimmungsergebnisse bei Berücksichtigung der zahlreichen Mandatsträger erscheinen dann in einem anderen Licht. Welchen Wert haben die Abstimmungen, wenn Koalitionäre und einige andere, die das Dilemma verursacht haben, mit abstimmen? Hierbei wäre mehr Charakterfestigkeit geboten.

Die Gruppe „Keine Bebauung“ hatte sich im Nachhinein konstruktiv eingebracht. Eine sinnvolle Lösung könne sich grundsätzlich nur mit einer Entwicklung vom unteren Bereich des Marktplatzes aus – eben Nutzung von „Krämer“, dann nördliche Häuser als auch „Böhler“ – ergeben. Eine Lösung könne eine „mobile Gastronomie“ sein. Es wurden sehr ansprechende Beispiele vorgelegt.

Wie mit Teilnehmern des Bürgernetzwerkes umgegangen wurde, zeigt der Hinweis eines Moderators (Bauchef in Heidelberg, in Bensheim wohnend): „Überlassen Sie die Einzelheiten den Fachleuten!“ Was soll man daraus schließen? Warum das gesamte Verfahren? Ich fühle mich als Teilnehmer des Bürgernetzwerks schlicht veralbert.

Das ist gelebte Demokratie in Bensheim. Weiter so! Oder?

Eberhard Wagner

Bensheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online unter bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe

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