Leserbrief

Corona-Hilfe

Geld für Künstler virtuelle Feste und für das Sapperlot

„Mit eingesparten Geldern Lorscher Vereinen helfen?“, BA vom 30. 4.

Laut der Berichterstattung ist die Gründung einer neuen Haushaltsstelle „ Corona-Hilfe“ geplant, in der die eingesparten Mittel für die Beteiligung der Stadt an den Lorscher Stadtfesten (Frühlingsmarkt, Johannisfest, Kerb, Welterbetag, StadtLesen, Birkengartenfestival, sowie Freundschaftstreffen mit den Partnerstädten) gebündelt und als Hilfe für Lorscher Vereine verwendet werden sollen. Diese Gelder stehen aber nach ihrem ursprünglichen Verwendungszweck ausschließlich für Kulturzwecke zur Verfügung und sollten deshalb auch nicht nur für Vereine verwendet werden. Da laut hessischem Förderprogramm zur „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ gemeinnützige Vereine Förderungen bis zu 10 000 Euro beantragen können, sehen wir nicht die Notwendigkeit, nur die Lorscher Vereine zu unterstützen.

Es erscheint uns deshalb wichtig,

dass Gelder für eine virtuelle Durchführung der Feste – zum Beispiel wie jetzt beim kommenden Frühlingsmarkt – und weiteren kulturellen Veranstaltungen bereitgestellt werden.

dass Mittel zur Verfügung stehen sollten, um auftretenden Künstlern ein gewisses Honorar zu zahlen, denn wir wollen auch die, die unsere Feste mit ihren Darbietungen bereichern, nicht verlieren. Man sollte bedenken, dass die Arbeit und die notwendigen Investitionen, z. B. für ein Birkengartenfestival, nicht erst am Tag der Veranstaltung beginnen, sondern lange Zeit davor.

auch das besondere Kleinod unserer Stadt, die Kleinkunstbühne Sapperlot, mit Zuschüssen zu bedenken, da viel Arbeit und Investitionen in nun ausgefallene Veranstaltungen gesteckt wurden.

Viele beneiden uns um das vielfältige lebendige Kulturleben unserer Stadt, das weit über den Landkreis hinaus, bekannt und beliebt ist. Wir sind stolz darauf und wollen, dass es erhalten bleibt!

Auch, wenn Kultur eine freiwillige Leistung der Stadt ist, trägt sie gerade in der Welterbestadt Lorsch enorm viel zu unserer Lebensqualität bei und dient vielen Menschen als Grund zur Ansiedlung und zum Besuch unserer Stadt.

Wir bitten die Entscheidungsträger aller Parteien, unsere hier vorgebrachten Befürchtungen zu bedenken und weitsichtig, wertschätzend und zukunftsorientiert gegenüber der Lorscher Kulturarbeit zu handeln, um die kulturelle Arbeit vieler Jahre nicht unwiederbringlich zu verlieren.

Heidrun Scheyhing, Lorsch

Katie Hauptmann, Lorsch

Als Unterstützer nennen die Verfasser des Leserbriefs:

Elmar Ullrich, Lorsch; Ernst Janka, Lorsch; Walter Wolfgarten, Lorsch; Ulli Schiefer, Bensheim; Brigitte Sander, Lorsch; Sebastian Scheyhing, Elmshausen; Christine Labrinea, Elmshausen; Marlene Fromm, Lampertheim; Bernhard und Lydia Kolonko, Heppenheim; Manfred und Renate Heidler, Lorsch; Sibylle Römer, Lorsch

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe

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