Leserbrief

Bürgerentscheid

Gesundheit geht auch bei der Terminwahl vor

Offenbar beabsichtigt der Bürgermeister, die Bensheimer in den nächsten Monaten mehrfach in die Wahllokale zu rufen. Entgegen aller Vernunft soll der Bürgerentscheid an einem gesonderten Wahltermin im Januar 2021 durchgeführt werden. Die Begründung, es solle nicht zu einer Belastung der Wahlhelferinnen und Wahlhelfer kommen, ist aus meiner Sicht fadenscheinig.

In der Vergangenheit war ich selbst mehrfach Wahlhelferin. Niemals hatte ich den Eindruck, dass die Ausgabe mehrerer Abstimmungsbögen zu einer Überforderung der Wahlteams führte. Ich finde es schon etwas speziell, wenn Wahlhelfern, die im Arbeitsleben ihre Frau und ihren Mann stehen, damit gesagt wird, sie wären nicht in der Lage, einen relativ einfachen administrativen Akt korrekt durchzuführen.

Sechsstelliger Betrag für Wahlen

Gleichzeitig habe ich in der Vergangenheit vielmehr das Problem der Wahlorganisatoren mitbekommen, überhaupt Wahlhelfer zu gewinnen. Schon aus diesem Grund, um die Freiwilligen hier nicht mehrfach zu belasten, wäre eine Zusammenlegung mit dem Kommunalwahltermin sinnvoll. Von den Kosten der Durchführung eines weiteren Wahltags für den Bürgerentscheid will ich gar nicht reden. Im öffentlich einsehbaren Haushalt des letzten Wahljahres ist die Position Wahlen mit einem sechsstelligen Gesamtbetrag eingepflegt.

Und – last but not least – gerade unter Corona-Bedingungen (mit denen wir aller Voraussicht nach gerade im Winter zu kämpfen haben) ist es aus meiner Sicht unabdingbar, die Ansammlung von Menschen in Wahllokalen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Schon diese Situation verbietet einen zusätzlichen Termin. Die Gesundheit aller geht vor.

Simone Strehler

Bensheim

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