Leserbrief

Bushaltestellen in Gadernheim

Haltebuchten können problemlos umgebaut werden

Ausbau der B 47 in Gadernheim:

Hessen Mobil will durch ein überflüssiges Gesetz, das die Landesregierung beschlossen hat, bis 2020 alle Bushaltebuchten behindertengerecht ausbauen lassen. Das kann nur Politikern einfallen, die Theorie und Praxis nicht unterscheiden können.

Bei einer Ausschuss-Sitzung in Gadernheim wurde über den Ablauf des Straßenausbaus gesprochen. Es gehe in der Hauptsache um die Haltebuchten, die behindertengerecht ausgebaut werden sollen. Da scheiden sich die Geister. Der Planer bestand darauf, dass die Haltebuchten mit derzeit 55 Metern Länge nur behindertengerecht ausgebaut werden könnten, wenn sie um die Hälfte verlängert werden. Er machte wenig Anstalten, den Wünschen der Gemeinde nachzugeben. Denn die Straßenplanung falle nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde. Wenn die Busse in Zukunft auf der Straße halten würden, trage das zur Verkehrsberuhigung bei.

„Verlängerung ist überflüssig“

Der normgerechte Ausbau mit einem Erhalt der Buchten sei an der Linde in Gadernheim nicht möglich, hieß es vom Bauamt der Gemeinde. Zur Verlängerung der Haltebuchten sei eine Planung nötig, deren Kosten bei rund 50 000 Euro liegen könnten. Platz wäre zwar vorhanden, aber es müsse eine Straßenböschung aufwendig abgefangen werden.

Ich habe eine Stunde gebraucht, um die Haltebucht an der Linde behindertengerecht in einen Plan einzuzeichnen. Das macht die ganze Verlängerung überflüssig, und die Gemeinde kann sich unnötige Ausgaben sparen. Der Bus kann in die Bucht einfahren, ohne die nachfolgenden Autos zu behindern. Wenn man die Haltebuchten von Lindenfels bis Schönberg so ausbauen würde, würde der Verkehr auf der B 47 öfters vom Rückstau verschont. Als ich die Zeichnung im Rathaus dem Bürgermeister vorlegte, war er ganz meiner Meinung.

Voriges Jahr machte ich dem Ortsbeirat in Gadernheim den Vorschlag, beim Ausbau der B 47 an der Ecke Darmstädter Straße einen Kreisel einzuplanen, was schon lange im ln- und Ausland zum Standard gehört. Als ich später deswegen nachfragte, bekam ich von der Gemeindeverwaltung zur Antwort, Planung und Genehmigung würden rund sieben Jahre dauern und die Ausführung bis zu 200 000 Euro kosten. Die Straße wäre nicht geeignet, weil die Darmstädter Straße und die B 47 zu spitz aufeinandertreffen würden.

„Kleiner Kreisel ist möglich“

Beim Ausbau der B 47 haben täglich die größten Lkw und Busse die Verkehrsinsel mitten auf der Straße ohne Probleme umfahren. Anstelle der Verkehrsinsel könnte ein kleiner Kreisel eingerichtet werden. Dadurch würde Richtung Brandau und Reichenbach mehr Platz geschaffen und der Verkehr flüssiger gestaltet. Das würde nicht einmal 10 000 Euro kosten.

Die geplante Oberflächen-Sanierung der B 47 in Gadernheim ist hinausgeschmissenes Geld, wenn kein tragfähiger Untergrund vorhanden ist. Da kann man darauf warten, dass sich nach drei bis fünf Jahren, die ersten Risse bilden. Zwischen Elmshausen und Reichenbach wurde auf einem Kilometer Länge nach einem Jahr 25 Mal die neue Straße stückweise ausgefräst und nochmals neu geteert.

Werner Degenhardt

Gadernheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online unter bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe

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