Leserbrief

Corona-Pandemie

Hat man uns Erzieherinnen vergessen?

Seit Beginn der Pandemie arbeiten Erzieherinnen und Sozialpädagoginnen ohne Abstand, ohne Maske mit derselben pädagogischen Zuwendung in zeitweise voll besetzten oder bis zu 50 Prozent besetzten Gruppen. Geschlossene Kitas hat es in Bensheim nicht gegeben.

Ungeschützt am Kind

Kinder, die zeitweise nicht in die Einrichtung kommen können, fehlen auch uns, da es auch irgendwie „unsere Kinder“ sind. Wenn wir nach der Arbeit nach Hause gehen, wissen wir nicht, ob wir uns angesteckt haben oder nicht, mit diesem Gefühl begegnen wir dann unseren Familien.

Trotz dieses ständigen Konflikts, einerseits in Distanz zu Mitmenschen zu leben, andererseits ganz nah und ungeschützt am Kind zu sein, versuchen wir zurechtzukommen. Wir halten durch!

Lichtblick war für uns: die Impfung. Dann kam die Eingruppierung in Stufe 3. Gleichzeitig die Entscheidung, Kitas offen zu lassen! Es passt nicht zusammen, dass über die fehlenden sozialen Kontakte der Kinder gesprochen wird, ohne darüber zu reden, wie und wann wir endlich unsere Impfungen erhalten.

Plexiglas keine Option

Stattdessen müssen wir in den Warteschleifen der Impf-Hotline ausharren und jetzt auch noch erfahren, dass keine Terminierung möglich ist. Für uns hängt die Öffnung mit dem Recht auf Arbeitsschutz zusammen. Und Plexiglas ist für uns keine Option, es gibt nur den einen Weg.

Wir sind nicht bedacht worden bei der Impfstoffbeschaffung, man hätte uns von Anfang an mit einberechnen müssen.

Wir wünschen uns nämlich auch schnellstmöglich wieder volle Kitas! Fragt uns jemand?

Anna Malki

Bensheim

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