Leserbrief

Freiwilliges Soziales Jahr

Höchst bedenklicher Trend in unserer Gesellschaft

„Das Freiwillige Soziale Jahr ist in Nöten“, BA vom Montag, 9. September

So fragwürdig der Gedanke, durch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Löcher in sozialen Berufen stopfen zu können, auch ist, so ist doch zu begrüßen, das FSJ zum Beispiel durch kostenfreie ÖPNV-Fahrkarten attraktiver zu machen. Schade ist es nur, dass FSJ-ler keine Uniform tragen. Sonst könnte man ihren Dienst für die Gesellschaft wie den der Soldaten auch durch kostenlose Fahrkarten für die Bahn in ganz Deutschland würdigen.

An dem Beispiel und vor dem Hintergrund der drastischen Kürzung der Mittel für das FSJ und gleichzeitig noch viel drastischer steigender Militärausgaben wird einmal mehr deutlich, wie sich die Wertschätzung zivilen Engagements zugunsten des militärischen verschieben soll – ein höchst bedenklicher Trend in unserer Gesellschaft.

Soziale Friedensdienste stärker zu fördern, ist sinnvoller als dadurch glänzen zu wollen, dass man dem von der NATO vorgegebenen Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Militär auszugeben, insbesondere zur Gefälligkeit gegenüber den USA, hinterherläuft.

Klaus Lemmes

Bensheim

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