Leserbrief

Homosexualität

Ich kann auch ohne Kirche an meinen Gott glauben

Ewe langt's! Acht-Uhr-Nachrichten bei NTV: Baden-Württemberg führt ab 2015 ein neues Unterrichtsfach ein, in dem unter anderem auch über gleichgeschlechtliche Beziehungen geredet wird. Und was sagen unsere ach so christlichen Kirchen dazu? Nein!

Ausgelöst durch das Outing eines Fußballers sollten wir endlich akzeptieren, dass es gleichgeschlechtliche Liebe gibt. Und diese ist nicht besser oder schlechter als heterogene Beziehungen. Unsere Kirche sollte uns Trost und Beistand geben, stattdessen gießt sie Öl ins Feuer. Die vergangenen Ereignisse in kirchlichen Ämtern sollten uns zu denken geben. Keiner hat die Macht, seine sexuellen Bedürfnisse zu zügeln, und gerade die Kirche sollte mit Bedacht und Offenheit an die Sache herangehen.

Pädophilie ist ein krankhaftes Ausleben sexueller Fantasien, homosexuell sein, nur der Wille, der Mensch zu sein, der man ist. Oft wird dies aus Dummheit oder Unkenntnis in einen Topf geworfen.

Auch der neue Papst Franziskus, auf dem so viele Hoffnungen ruhten, wird Hoffnungen in diesem Punkt nicht gerecht. Wofür die Politik Jahrzehnte braucht, dazu benötigt die Kirche Jahrhunderte, und das passt nicht mehr in unsere leider schnelllebige Zeit.

Nun ist es an der Zeit, das Ruder herumzureißen, denn der Kurs, den wir alle gesteuert haben, ist der falsche. Ich kann auch ohne Kirche an meinen Gott glauben - gestern, heute und morgen. Ich kenne die Entstehung, die Bedeutung und den Sinn meines Glaubens.

Natürlich ist die Kirche der größte Seelsorger und bietet in aller Welt Menschen Hilfe und Obdach. Was nicht heißt, dass ich als Kirchensteuerzahler den ganzen Rattenschwanz, der dazugehört, mitfinanziere. Weder zahle ich für Prunkbauten eines gewissen Bischofs noch für das Toilettenpapier des Papstes.

Was erlaubt sich eine religiöse Gemeinschaft, Bürger des Rechtsstaats auszugrenzen? Ich brauche keinen Pfarrer im Moment meines Ablebens. Ich brauche meine Familie oder meinen Partner - egal welchen Geschlechtes. Und sollte es mich ereilen, sollen diese entscheiden, wie es weitergeht.

Folgerichtig gebe ich meinen Austritt aus der römisch-katholischen Kirche bekannt.

Andreas Schömbs

Bensheim

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