Leserbrief

Glockenspiel

In gesellschaftlicher Diskussion die Liedauswahl klären

Glockenspiel für Sankt Georg“, BA vom 23. Mai

Ein Spender macht der Stadt ein Geschenk zur Anschaffung eines Glockenspiels. Die Stadtgesellschaft darf sich freuen und benötigt nun eine gewisse Zeit, offen Fragen zu stellen und zu diskutieren. Sicher gibt es schon Überlegungen, wer denn der Eigner des Glockenspiels sein wird – der Stifter, die Stadt, die dann den Kirchturm quasi mietet, oder Sankt Georg?

In einer breiten gesellschaftlichen Diskussion sollte geklärt werden, welche Lieder zu spielen sind. Kein leichtes Unterfangen. An christlichen Feiertagen gewiss ökumenisches Liedgut („Nun danket alle Gott“?). Vielleicht wird Idyllisch-Volkstümliches gewünscht zum Frühjahr („Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt“?) oder zur Urlaubszeit im Sommer („Das Wandern ist des Müllers Lust“?).

Ganz sicher zum Winzerfest keine Trink- und Weinlieder vom Kirchturm herab für die Gemeinde auf dem Marktplatz bei „Weck, Worscht un Woi“, auch nicht „Jingle bells“ oder Bing Crosbys Traum „of a white Christmas“ während des Weihnachtsmarktes. Oder doch? Songs von der Hitliste? Guter Rat ist teuer!

Sollten wir vielleicht eine Anleihe machen beim Glockenspiel der Altpreußen in Potsdam: „Üb immer Treu und Redlichkeit“? An diese Tugenden darf ja wohl erinnert werden! Von Mozart die Melodie (Zauberflöte), vom volkstümlichen Schriftsteller Ludwig Hölty getextet. Aber: Es müssten ja nicht alle 20 Strophen gespielt werden!

Heinz-Jürgen Schocke

Bensheim

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