Leserbrief

Haus am Markt

Jetzt ist doch Bedenkzeit und Muße angesagt

Jeden Morgen freue ich mich über meinen BA mit den interessanten Neuigkeiten unserer Stadt. Kürzlich fiel mir die Aufnahme „Durchblick“ auf, ein Blick durch das bereits eingerissene und geöffnete Dach des Hauses am Markt auf unsere Stadtkirche Sankt Georg.

Es beschäftigte mich besonders auch das kürzlich neu angeschnittene Thema „Haus am Markt ohne Neubau“. Uns Bürgern ist völlig unverständlich, dass die Renovierungskosten des Bürgerhauses plötzlich auf elf Millionen gestiegen sein sollen. Mit der Renovierung wollten die Bürger das Gebäude erhalten und kostengünstig für die regelmäßig beliebten dortigen Veranstaltungen erhalten.

Nicht richtig aufgepasst?

Haben hier unsere Stadtverordneten bei der Kontrolle der möglichen Kostensteigerung überhaupt nicht aufgepasst, um eine Kostenexplosion zu vermeiden? Oder waren sie gar nicht genügend informiert? Sie scheinen alles zu schlucken, was ihnen vorgelegt wird, ohne auf die Ansichten und Meinungen der Bürger zu hören und sich zu rühren, wenn etwas nicht stimmt.

Diesen sollten sie sich doch erklären, denn sie wurden doch von uns gewählt. Was ist das jetzt wieder für eine seltsame und entsetzliche Komödie mit dem Haus am Markt? Was für ein Theater! Die Vermietung des alten Hauses, wie der Bürgermeister sich das ursprünglich vorgestellt hatte, entsprach nicht den Wünschen potenzieller Kunden. Verhandlungen mit H&M und anderen Firmen platzten.

Misslungene Vermarktung

Also muss schnell ein funktionsfähiger Neubau her. Das Café Extrablatt war bereit, sich einzubringen, wenn gewisse Forderungen erfüllt würden.

Bei seiner Partei und seiner Koalition benötigte der Bürgermeister nach dem Theater rund um das Bürgerhaus nicht viel Überzeugungskraft, um bereitwillige Zustimmung für einen Abriss zu erlangen. Er präsentierte den Entwurf eines neo-klassizistischen Neubaus, um eine Lösung seiner Schwierigkeiten bei der misslungenen Vermarktung des alten Hauses zu erhalten. Er war ihnen ja bei dem anderen Projekt auch entgegengekommen.

Befürchtungen und Einwendungen

Aber wo blieben die Ansichten und Meinungen der Bürger und die vielen Stimmen und Bedenken der Bensheimer Bewohner, die gegen dieses Risiko-Projekt ihre Stimme mit ihrer Unterschrift gaben?

Sie hatten Befürchtungen und Einwendungen, dass es mit dem geplanten Moller-Imitat bei einem Neubau zu einer ähnlich sinnlosen Kostenexplosion wie bei der Renovierung des Bürgerhauses kommen könnte.

Ganz abgesehen von eventuellen Problemen, wenn die Vermarktung nicht so läuft, wie die Entscheidungsträger es sich vorgestellt haben. Die knappe Mehrheit der Koalitionäre scheint stets widerspruchslos einzuwilligen.

Viel Ärger und Geld sparen

Warum soll alles auf einmal plötzlich schnell gehen? Ehrlich, jetzt ist doch Muße und Bedenkzeit angesagt, um in Ruhe die neue Idee der Verwirklichung und Gestaltung eines größeren, prächtigeren und belebten Marktplatzes zu verwirklichen.

Der Durchblick durch das Dach des alten Hauses am Markt könnte uns Bürger nicht nur mit der Ersparnis von viel Ärger, besonders mit der Ersparnis von viel Geld beglücken. Werden wir Gehör für unsere Meinungen und Vorstellungen in einer öffentlichen Diskussion bei unseren Stadtverordneten finden? Würden sie sich auch unseren vernünftigen Vorstellungen anschließen?

Willi Blumenschein

Bensheim

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