Leserbrief

Flurbereinigung

Kein Respekt vor der Natur

Leserbrief zu „Flurbereinigung der ,Alten Burg’ hat begonnen“, BA vom 15. September.

Was ist das für ein scheinheiliges Getue um die „naturgerechte“ Flurbereinigung der Weinlage „Alte Burg“? Ich weiß doch, dass dadurch Jahrzehnte lang gewachsene Natur zu Gunsten des Konsums geopfert wird. Es sind Hunderte von Nistmöglichkeiten für Vögel zerstört worden, die im Frühjahr ihr Revier nicht mehr vorfinden werden. Wen soll die Aussage in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus beeindrucken, dass im August aktuelle Brutvogelvorkommen ausgeschlossen werden und deshalb die Rodungsmaßnahmen eingeleitet werden können? Außerdem weise ich darauf hin, dass Nisthilfen kein Ersatz für natürliche Gegebenheiten sind.

Ein Trauerspiel

Ich gehe davon aus, dass Milliarden Gelege von Spinnen, Insekten und Amphibien zerstört worden sind, ebenso unzählige Reviere von Kleinsäugetieren. Alte Bestände gewachsener Pflanzengemeinschaften sind vernichtet worden. Unwiederbringlich – es ist ein Trauerspiel!

Aber die Pressemitteilung verspricht, dass mit der Flurbereinigung endlich mal was passiert im Städtchen. Für die Neugestaltung des Gebietes sind Trockenrasen, Trockenmauern und Weinbau und vorgesehen. Ich frage mich, wer denn den Rasen und die Mauern besiedeln soll, wenn doch vorher mindestens eine Generation der Tiere und Pflanzen vernichtet wurde?

Heftige Augenwischerei

Ach ja: Zwischen all der „Idylle“ wird ja auch Wein angebaut! Ich trinke gern ein Schöppchen Zwingenberger Wein und auch mal zwei. Dann ist es aber genug! Brauchen wir tatsächlich noch mehr Anbaufläche? Die Pressemitteilung aus dem Rathaus ist scheinheilig und eine heftige Augenwischerei! Eine sehr traurige Angelegenheit wird als tolle Sensation dargestellt.

Respekt vor der Natur kann ich der Pressemitteilung nicht entnehmen – und erst recht nicht in den konkreten Maßnahmen.

Renate Weber

Zwingenberg

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