Leserbrief

Investitionen

Kein Verständnis für „Verschwendung von Steuergeldern“

Im Endspurt zu Millionen-Projekten“, BA vom 13. Januar

Zum Teil die gleichen Parteien, die im Bundestag wirken, gestalten auch die zukünftige Entwicklung von Einhausen. Dieses Engagement ist schwierig und ohne Abstriche lobens- und anerkennenswert.

Das Schwierige bei der Gestaltung der Zukunft ist oftmals nicht, das zu tun, was alle tun, sondern durchdachte Lösungen zu präsentieren. Und darüber lässt sich dann trefflich streiten. Genau diese konstruktive Diskussion vermissen aktuell viele Einhäuser Bürger. Die Harmonie in der sachlichen Auseinandersetzung zwischen Bürgermeister und Gemeindevertreter kann so jedenfalls nicht im Sinne der Bürger von Einhausen sein.

„Politik des Durchwinkens“

Der im BA-Beitrag „Im Endspurt zu Millionen-Projekten“ beschriebene Hinweis auf den maroden Evangelischen Kindergarten, der abgerissen werden soll, beschreibt meiner Meinung nach Verschwendung von Steuergeldern, wie dies meines Erachtens schon vorher bei der Mehrzweckhalle auch praktiziert wurde. Ich habe keinerlei Verständnis für diese Politik des Durchwinkens, was ich mit diesem Leserbrief auch zum Ausdruck bringen möchte.

Es sind im Wesentlichen die gleichen Gemeindevertreter, die bei unserem vorherigen Bürgermeister gespart haben, und nun mit dem aktuellen Bürgermeister beschließen, dass Einhausen einen Investitionsstau auflösen muss, und alles abreißen, was im Wege steht. Diese Abrissorgie muss man aber auch mit dem Grundsatz „Cui bono?“ – wem nutzt es? – hinterfragen. Das müssen aber natürlich die den Bürgermeister unterstützenden Gemeindevertreter zuallererst auch mal tun.

Pro-Kopf-Verschuldung wächst

Wenn ein Unternehmer aus seinen Gewinnen investiert, ist er auf der sicheren Seite. Wenn er mit Krediten investieren muss, und es geht schief, geht er in die Insolvenz. Beim Staat, bzw. in diesem Falle der Gemeinde Einhausen, ist das nicht so. Für die Schulden der Gemeinde bürgt, wie der Name es schon sagt, der Bürger.

Den Betrag, den wir Bürger zu zahlen haben, ist die Pro-Kopf-Verschuldung. Und die wächst, weil die Investitionen nicht aus den Erträgen der Gemeinde kommen, sondern mit Krediten finanziert werden, die immer Risiken bergen. Nicht die Anzahl der Abrisse und Neubauten ist das Maß einer erfolgreichen Politik, sondern das Maß der Pro-Kopf-Verschuldung; und die ist nicht gesunken, sondern gestiegen.

Nebenbei bemerkt: Die Beträge, die der Kreis, das Land oder der Bund zuschießen, sind kein Geschenk an die Bürger der Gemeinde Einhausen, sondern das sind Gelder, die uns Bürgern, um es genau zu sagen, den Nettosteuerzahlern, vorher abgenommen wurden. Umverteilung ist ein Spiel, das die Politiker gerne spielen, aber dann auch mal beklagen. Siehe hierzu den Artikel „Resolution gegen Starke Heimat“.

Egal, mit welchen Zauberworten man die Verkehrsprobleme von Einhausen zudecken will, mit den „Millionen-Projekten“ und dem Anstieg der Bevölkerungszahl werden sich die Verkehrsprobleme verstärken und das macht Einhausen mit Sicherheit nicht liebenswerter, sondern genau das Gegenteil wird der Fall sein. Mit dem Wachsen der Bevölkerungszahl wird auch die Verwaltung zusätzlich erweitert werden müssen, und auch das wird ohne zusätzliche Kosten für uns Bürger nicht funktionieren. Der reflexartige Verweis auf andere Kommunen mit noch höheren Kosten lenkt nur vom ursprünglichen Problem ab.

Robert Becker

Einhausen

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