Leserbrief

Russland

Keine Feindbilder pflegen

„Kann man wirklich von russischer Aggression reden?“, BA vom Freitag, 20. Dezember, und „Ist Russlands Staatschef wirklich der .böse Bube’?“, BA vom Samstag, 21. Dezember

Die beiden Leserbriefe zeigen sehr zu Recht die Gefahren des Denkens in Feindbildern auf.

Falsch ist es, ein Feindbild gegenüber Russland aufzubauen und noch mehr Geld für Rüstung auszugeben, wo unsere dringendste Aufgabe ist, die notwendigen Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen und den Ausbau klimaneutraler Infrastruktur voranzutreiben. Deutschland – an 23. Stelle im Klimaschutz-Index liegend – hätte dazu wirklich Anlass.

Falsch wäre es aber auch, die verständlichen Ängste der Bevölkerungen der baltischen Staaten und der ehemaligen Satellitenstaaten der ehemaligen Sowjetunion nicht ernst zu nehmen.

Verständigung statt künstlicher Feindbilder ist die Forderung angesichts der Gefahren des Klimawandels und dem Schwinden eines gesellschaftlichen Konsenses. Syrien, Jemen, Libyen sind warnende Beispiele dafür, wozu das Denken in Feindbildern führen kann.

Walter Böhme

Bensheim

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