Leserbrief

Haus am Markt

Keinen politisch gesteuerten Denkmalschutz

Denkmalpflege äußert sich wenig konkret, BA vom 3. August

Im Bergsträßer Anzeiger vom 3. August wird kritisch über die Denkmalpflege geschrieben. Deren Glaubwürdigkeit stehe auf dem Spiel. Das ist eine richtige Beurteilung der Situation.

Wenn die Stadt sich nun vom alten Haus am Markt elegant verabschiedet hat, so sollte man erwarten, dass dieser Vorgang zu einem generellen Umdenken auch anderer markanten erhaltenswerter oder nicht erhaltenswerter Bauten in Bensheim führt.

Im Falle Haus am Markt fehlte doch die Baugenehmigung des Neubaus. Also ist doch bei der Abriss-Genehmigung etwas schiefgelaufen. Wie steht es mit anderen Bensheimer Bauten, im Vergleich zum Haus am Markt? Zu nennen ist beispielsweise das Haus Mohr und Fasser auf dem Gelände der Sparkasse Bensheim. Dieser Bau ist als Denkmal sehr fragwürdig. Auch sein Innenleben hat sich seit einem Brand völlig verändert. Er stört enorm und sehr kostenträchtig die Neubauplanung der Sparkasse.

„Störfall“ Eulermauer

Die „Eulerklagemauer“ ist ebenfalls mehr ein Störfall als eine Augenweide. Auf eine Betonwand sind Klinker geklebt worden. Ist das ein wesentlicher Punkt in Sachen Denkmal?

Andererseits: Warum ist die Kleemann-Villa (Hotel Bacchus) sang- und klanglos abgerissen worden, diese gab viel mehr Baugeschichte her, als das Haus Mohr und Fasser. Wo ist das Kriegerdenkmal vor dem Bahnhof?

Man muss insgesamt kritisch nachfragen, wie steht es um die Unabhängigkeit des Denkmalschutzes. Einen politisch gesteuerten Denkmalschutz benötigen wir nicht.

Eberhard Wagner

Bensheim

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