Leserbrief

Sozialleistungen

Klassenunterschied wenigstens ein bisschen abmildern

„Prozentuale Rentenanpassung ist ungerecht“, BA-Leserforum vom Freitag, 29. März, und „Höchstrente liegt bei 3000 Euro im Monat“, BA-Leserforum vom Freitag, 6. April

Es kommt Bewegung in das Rentenanpassungssystem. Den detaillierten Ausführungen des Leserbriefschreibers vom 5. April ist nichts hinzuzufügen. Dieses in vielen Arbeitnehmern schlummernde Reizthema sollte unseren Kreistagsbeigeordneten eine Steilvorlage in Richtung Berlin sein. Allerdings wird diese Vorlage voraussichtlich im Abseits landen.

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Die Zwei-Klassen-Gesellschaft, die sich inzwischen gebildet hat, weitet sich aus. Eine im öffentlichen Dienst beschlossene stufenweise Erhöhung, an der auch unsere Beamten partizipieren, sieht eine Erhöhung von acht Prozent mit einer Laufzeit von 33 Monaten vor. Die Anpassung der Renten ist mit circa drei Prozent fixiert. Da ein normaler Rentner maximal 3000 Euro pro Monat, ein Wahlbeamter aber bis zu 18 000 Euro an Ruhegeld erreichen kann, errechnen sich bei den Anpassungszahlungen horrende Unterschiede von bis zu 1000 Euro. Wo bleibt hier die Loyalität?

Eine absolute soziale Gerechtigkeit wird nur so erreicht: Die Ruhegelder der Beamten von den tariflichen Erhöhungen abzukoppeln, mit den Renten der Arbeitnehmer in einen Topf zu geben und das Ergebnis einer Teilungsaufgabe eine pauschale für alle gleiche Rentenanpassung zu ermitteln. Nur hierdurch kann der Klassenunterschied ein wenig gemindert werden.

Umweltschutz

Ein anderes Thema: Die Erdbewohner versuchen derzeit, unsere mit Plastikmüll verseuchten Flüsse und Meere zu reinigen. Hierzu werden Millionen von Euro investiert. Ist unsere Wegwerfgesellschaft wirklich nicht in der Lage, die Produktion und Verwendung von Plastikprodukten zu minimieren? Macht man zur Zeit eine Tour durch unsere Felder, gewinnt man den Eindruck, hier wächst Plastik beziehungsweise hier wird Plastik gezüchtet. Quadratkilometer große Plastikflächen überdecken die ansonsten grünen Ackerflächen. Nur um Mutter Natur circa zwei bis drei Wochen zuvorzukommen, wird das Wachstum von zum Beispiel Spargel oder Erdbeeren manipuliert.

Plastik auf vielen Feldern

Die Erdbalken, auf welchen die Erdbeerpflanzen heranwachsen, sind dreiseitig mit Plastikfolie ummantelt. Das Ganze wird dann zusätzlich mit plastikbespannten Zelten überdacht. Die Spargelbalken sind großflächig mit Plastikfolie überspannt.

Kann nicht die Profit- und Habgier der Menschen stillhalten, bis auf natürliche Art und Weise die Bodenfrüchte ihre Reife erlangen? Die natürlich gereiften Produkte sind qualitativ wertvoller und zudem auch noch kostengünstiger. Der Rohstoff Öl, welcher zur Herstellung von Plastik dienst, neigt sich absehbar dem Ende zu. Wir sollten uns an den Interessen der Jugenddemonstrationen orientieren.

Heinrich Berg

Bensheim

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