Leserbrief

Umwelt

Klimakatastrophe: Wo sind die MINT-Lehrer?

Ja, wir haben eine Katastrophe. Diese besteht allerdings im allgemeinen Nichtwissen. Jedermann mit einigermaßen Verstand wird einsichtig sein zu erkennen, dass der Mensch dank seiner Vielzahl, seiner Raff- und Machtsucht, Gier, Egoistik, die biologische Erde bei einem Weiter-So kaputt macht. Weitgehend unbekannt scheint zu sein, dass die Erde kein so gemütliches Ding ist – sich stetig wandelt. Was ist zu tun?

Warum werden unsere Kinder und Enkel über die „aktuellen Weltprobleme“ in aller Ruhe und ohne Krawall nicht informiert? Diese Aufgabe haben die MINT-Lehrer. Sie haben doch Naturwissenschaften studiert. Oder sind diese bei den Geschwätz-Wissenschaften steckengeblieben?

Sie sollen doch aufklären: Wie ist das mit dem Wetter? Was versteht man unter Klima? Welchen Einfluss haben Sonne und Wolken? Wie ist das mit dem Auf- und Abtauchen der Erdplatten (Meeresspiegel)? Was ist Temperatur? Wie hoch ist die Erd-Welt-Temperatur derzeit, um gegebenenfalls die Katastrophen-Temperatur-Erhöhung feststellen zu können (zwei Grad)? Wie misst man die Erdtemperatur? Wie misst man die Temperatur zum Beispiel in Bensheim, und wo? Wie errechnet man dann Mittelwerte? Die Messstellen müssen örtlich langfristig unverändert sein. Sind sie das? Viele Messorte sind im Laufe der Zeit zugebaut worden, es haben sich sogenannte Wärme-Inseln gebildet. Sind die Mess-Ergebnisse dann noch vergleichbar?

Ein politischer Wert

Die „kritischen“ zwei Grad sind ein politisch gegriffener Wert. Er wurde nicht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeleitet. Zu den Klima-Modellen schreibt das IPCC (Internationale UNO-Klima-Politik-Organisation): „In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass es sich um ein gekoppeltes, nicht-lineares chaotisches System handelt. Deshalb sind längerfristige Vorhersagen über die Klimaentwicklung nicht möglich.“

Was ist Kohlendioxid (CO2)? Es garantiert unsere Existenz. Ohne CO2 keine Pflanzen, ohne Pflanzen kein Sauerstoff (Photosynthese), ohne Sauerstoff kein Leben. Der CO2-Anteil der Luft beträgt derzeit 400 ppm („Parts per Million“ = 0,04 Prozent). Der Mensch atmet Luft mit fünf Prozent CO2-Anteil aus. Erdgeschichtlich sind 100 000 ppm festgestellt worden. Zur Zeit der Saurier waren es 6000 ppm. Die Pflanzenfresser unter ihnen haben Millionen Jahre bestens gelebt, dank CO2. Bei einer Untergrenze von etwa 150 ppm CO2 gibt es kein Pflanzenwachstum mehr. Im Übrigen: Der CO2-Anteil in der Luft hinkt dem Temperatur-Verlauf hinterher – und nicht umgekehrt. Wissen das die Demonstranten?

Weitere Fragen für die MINT-Lehrer: Was ist Kilowatt, was ist Kilowattstunde? Was ist der Unterschied, wie ist der Zusammenhang? Die Betriebsmannschaften der noch bestehenden Kohle-Kraftwerke sollen dem Geschrei nach Abschalten einmal folgen. Von Samstag 24 Uhr bis Sonntag 0 Uhr (strombedarfsarme Zeit) wird nur noch Warmbetrieb gemacht. Können dann Wind und Sonne den Strombedarf decken? Österreich hat am 5. Oktober seinen ersten Blackout-Vorsorge-Tag begangen. Warum?

Zu den Leuten, die uns ein anderes Lebensverhalten befehlen wollen: Es sind doch in der Regel „Verhaltens-Heuchler“: Wasser predigen, Wein saufen. Wie wäre es denn, wenn man dem „gesunden Menschenverstand“ Platz ließe? Für diejenigen, die Not und Hunger erlebt haben und die zur Sparsamkeit in allen Dingen gezwungen/erzogen wurden, ist das kein Problem.

Klaus Wagner

Bensheim

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