Leserbrief

Sparkasse Bensheim

Kopfschütteln über ein solches Maß an Geldverschwendung

Was mir als Bensheimer Bürger und Sparkassen-Kunde große Sorge macht, ist das monatelange Hickhack um das Hauptgebäude der Sparkasse Bensheim. Den Veröffentlichungen in dieser Zeitung konnte ich entnehmen, dass vieles für einen Neubau spricht – und das für 35 Millionen Euro (!) –, obwohl viele Stimmen dagegen sind.

Wozu nur ein Neubau, der einen Abriss mit mehreren Tonnen Bauschutt zur Folge hat? War das alte Gebäude nicht gut genug? Das schöne Hauptgebäude hatte vor erst 18 Jahren einen Architekten-Preis gewonnen, wurde für 50 Jahre konzipiert und ist noch heute modern und wunderschön.

Wie kam man nur auf die Idee, so ein schönes Gebäude, das damals 14,2 Millionen Euro kostete, wörtlich „in den Sand zu setzen“? Als das Gebäude voriges Jahr noch in Betrieb war, hat niemand angebliche Brandschutzmängel angeprangert. Freilich: Wollte man allerdings jetzt gegebenenfalls wieder einziehen, gilt der Bestandschutz nicht mehr, aber den Brandschutz könnte man für weitaus weniger Geld nachbessern.

Und Probleme mit der Statik wurden bisher auch nicht bekannt gegeben (jedenfalls wurden bisher keine Gutachten auf den Tisch gelegt), es sei denn, man wollte aufstocken, doch wozu? Ich könnte mir vorstellen, dass sich im Zuge der Zunahme von Homeoffice-Arbeitsplätzen und Online-Banking die Schaffung neuer Festarbeitsplätze erübrigt und es somit keiner Aufstockung des bestehenden Gebäudes bedarf.

Ressourcen im Blick haben

In der heutigen Zeit achtet man viel mehr darauf, die Ressourcen im Blick zu haben, und ich frage mich, ob sich die Verantwortlichen der Sparkasse darüber ernstlich Gedanken gemacht haben.

Im vorliegenden Neubau-Fall stellt sich zuerst die Frage nach der Notwendigkeit; was treibt mich, diesen Neubau zu haben; gibt es Alternativen? Wie stehen die Ausgaben zum Nutzen? Ist es ökonomisch zu verantworten, so viel Baumaterial zu verschwenden, wenn man eigentlich auf diesen Neubau verzichten könnte, hinzu kommen noch viele Tonnen Bauschutt, einschließlich jede Menge Glas?

In einem Brief an den Vorsitzenden des Verwaltungsrates und Bürgermeisters, Rolf Richter, hatte ich angefragt, wer eigentlich zu verantworten hat, dass das bestehende Gebäude aufgegeben werden soll. Ferner habe ich ihm mitgeteilt, dass der geplante Abriss des bestehenden Gebäudes bei mir und meinem Bekanntenkreis nur Kopfschütteln hervorruft und wir uns bei derartiger Geldverschwendung nach einem alternativen Geldinstitut umsehen werden; wir werden sehen, ob sich dem noch viele Bensheimer Bürger anschließen werden.

Winfried Schwarzkopf

Bensheim

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