Leserbrief

Rassismus-Eklat

Lösungsvorschläge, die zu kurz greifen, sind mangelhaft

„Gut, dass Tönnies das Thema angestoßen hat“, BA-Leserforum vom Mittwoch, 7. August

Es ist falsch, wenn der Leserbriefschreiber sagt: „Herr Tönnies hat uns einen Dienst erwiesen, indem er dieses Thema angestoßen hat.“ (Thema: afrikanische Unterentwicklung, Bevölkerungsexplosion, Flüchtlingsbewegung). Denn wenn man dieses enorme Konflikt-Thema nur weiter anstößt und nicht auch Lösungen benennt wie der CSU-Entwicklungshilfeministers Gerd Müller in seinem Buch (2017) „Unfair! Für eine gerechte Globalisierung“, ist es ungenügend, obgleich es schwer ist.

Kritik wurde schon vor Jahren laut

Der Leserbriefschreiber fragt, ob man Kritik am Bevölkerungswachstum denn je von unseren Politikern vernommen habe. Nun: Ich und andere haben das schon von unseren Politikern gehört. Warum der Leserbriefschreiber nicht? Schon in den 1980er-Jahren hörte ich Peter Glotz (SPD) in Heppenheim sagen: „Wenn die Afrikaner aus sozialen Elendsgründen über das Mittelmeer zu uns kommen, wird das ein Riesenproblem werden.“ Seit der Flüchtlingskrise 2015 müssen wir dieses Problem zu lösen suchen: mit der Grenzschutzpolizei Frontex, mit europäischen Aufnahmequoten, mit legalen Abschiebungen, mit einer besseren Entwicklungspolitik à la Müller…

AfD wird das Problem nicht lösen

Die Lösung des Flüchtlingsproblems, der Klimakatastrophe, des Mikro-Plastikproblems wird es ohne erhebliche Verzichte unsererseits und viele Opfer aufseiten der Flüchtlinge nicht geben; denn hierzu müssen wir auf europäischer Ebene uns weiter einigen und eins werden und Afrikaner werden weiter unter autoritären Regierungen leben müssen. Nur eins scheint klar: Die AfD wird das Problem nicht lösen, vielmehr verschlimmern, weil sie keine Europäische Union will, sondern nur eine Wirtschaftsgemeinschaft von souveränen Nationalstaaten in Europa. Und nur Nein-Sagen ist als Alternative ungenügend. Und mangelhaft sind Lösungsvorschläge, die zu kurz greifen.

Jeder muss aus Realitätsgründen damit leben, dass auch zukünftig Elendsflüchtlinge zu uns kommen, denn sie kommen über das Mittelmeer zu uns bei der Todesgefahr, im Mittelmeer zu ertrinken. Die wenigsten bekommen ein Bleiberecht – denn wir können nicht allen helfen.

Stefan Link

Lorsch

Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel