Leserbrief

Stadtentwicklung

Man bezweifelt die Kompetenz der Bauherren

„Es bleibt beim Abrisstermin Anfang 2019“, BA vom 4. August; „Abriss des Gebäudes sollte verhindert werden“, Leserforum vom 14. Juli; „Höhere Kosten durch neue Fassade?“, BA vom 31. Juli

Zum Beitrag vom 4. August: Die Bensheimer können meines Erachtens nicht über die Gestaltung des Marktplatzes diskutieren und entscheiden, ohne die Broschüre von Diether Blüm „Alte Bensheimer Fachwerkhäuser und ihre Geschichte“ gelesen zu haben.

Er schreibt im Vorwort (letzter Satz) „Doch gibt es gerade in Bensheim ein gutes Beispiel dafür, dass auch ein Gebäude aus Beton nicht störend auf seine Umgebung wirken muss: das Haus am Markt.“

Er konnte dies schreiben, weil sich das Haus am Markt in das Ensemble der umgebenden Fachwerkhäuser unaufdringlich einfügt, dies belegt die Aufnahme im zitierten Beitrag eindeutig.

Überzeugende Argumente

Zum Leserbrief vom 14. Juli: Die Argumente und Vorschläge des Architekten Lothar Mundt sind überzeugend. Besonders bedanke ich mich bei ihm für die Kopie der Urkunde „Mehrzweckgebäude am Marktplatz Bensheim“/(Grundsteinlegung)“.

Gleich in den ersten beiden Absätzen werden klar die angestrebten Ziele definiert. Neben anderem heißt es darin: „Andererseits soll das neue Haus eine weitere Bereicherung des kulturellen Lebens unserer Stadt bringen.“ Der Nutzen des Gebäudes für die Stadt, für das Gemeinwohl stand also im Vordergrund. Das soll jetzt abgerissen und durch ein teures „Bürogebäude“ ersetzt werden. Ein Gebäude, das noch nicht einmal in die Umgebung passt. Dadurch soll die Innenstadt belebt und Dynamik entwickelt werden? Kann dieses Bürogebäude überhaupt kostendeckend vermietet werden?

Hitze im Glashaus

Zum Beitrag vom 31. Juli: Beim Betrachten des „aktuellen Entwurfs für das modernisierte Gebäude“ bezweifelt man die Kompetenz der „Bauherren“. Viele klagen über die unerträgliche Hitze, Fachleute verweisen auf den Klimawandel hin zu höheren Temperaturen, die Forst- und Landwirtschaft hat Wasserprobleme. Und was schlagen unsere City-Manager vor? Ein Glashaus als Bürgerhaus! Man fragt sich besorgt: Wann kehrt endlich die Vernunft in die Bensheimer Kommunalpolitik zurück?

Fazit: Überdenkt man den bisher eingeschlagenen Weg bei der Modernisierung des Bürgerhauses, dann kann in nur drei Schritten zum Wohle Bensheims viel erreicht werden:

Schritt 1: Der Abriss des alten Bürgerhauses wird zügig fortgesetzt.

Schritt 2: Die Planung aus 2012/13 der Herren Helmut Richter, Helmut Sachwitz und Alt-Bürgermeister Thorsten Herrmann wird konsequent umgesetzt. Aus Gründen der kommunalpolitischen Redlichkeit ergänze ich: Auch dieser Bürgermeister hat für Bensheim viel geleistet und erreicht.

Schritt 3: Auf die freigewordene Fläche des alten Bürgerhauses werden innerstädtische Wohnungen gebaut. Wohnungen, bezahlbar auch von den „normalen“ Bürgern. Wenn das erreicht ist, können die Bensheimer endlich sagen: Ende gut, alles gut.

Dieter Markowetz

Bensheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

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