Leserbrief

Sprachlicher Umgang

Mehr Feingefühl im Interesse der Opfer von Sexualstraftaten

„Kürzere Haftstrafe für Soldat“, BA vom Dienstag, 10. Dezember

Mit Befremden musste ich in diesem Artikel lesen, dass ein mehrfacher Vergewaltiger eines neunjährigen Kindes einen – wörtlich – „Erfolg verbucht“ habe, weil er eine kürzere Haftstrafe für sich erreichen konnte.

Abgesehen davon, dass ich die Argumentation des Gerichts nicht nachvollziehen kann, vermisse ich bei Ihrer Berichterstattung journalistisches Feingefühl und würde mir im Interesse der vielen Opfer von Sexualstraftaten einen anderen sprachlichen Umgang wünschen.

Es ist kurz vor Weihnachten: Wie geht es diesem Jungen – noch ein Kind – und seinen Pflegeeltern, die sich sicherlich sehr um ihn bemühen, wenn sie in der Zeitung lesen, dass der Mann, den das Kind seelisch und körperlich aufs Grausamste misshandelt hat, einen „Erfolg“ erzielen kann? Meiner Meinung nach ist es bloß eine Kürzung der Haft, mitnichten aber ein „Erfolg“. Ich hoffe, ich konnte Sie zum Nachdenken anregen und wünsche noch eine besinnliche Adventszeit.

Tanja Schmidt

Lautertal

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