Leserbrief

Haus am Markt

Meinungen öffentlich auf den Marktplatz tragen

Mit Freude glaube ich in den letzten Tagen ein leichtes Ansteigen der Leserbriefabdrucke zu erkennen. Der geneigte Leser könnte das als positives Signal gegen die Politikverdrossenheit interpretieren.

Auf jeden Fall aber spiegelt es die Stimmungslage der Bürger wider, nun mal persönlich Stellung zu beziehen. Dazu nehmen sich Schreiber viel Zeit, investieren Energie und erwarten dann wohl auch ab und an ein Echo auf ihre Meinung. Wir haben das wertvolle Gut der Meinungsfreiheit, nutzen wir es also.

Fehler werden immer gemacht, denn wer etwas entscheidet, macht auch Fehler. Wenn sich allerdings gravierende Fehler so häufen wie in der Bensheimer Politik zu beobachten, dann dürfen wir als Bürger nicht mehr schweigen.

Dann ist es an der Zeit, Meinungen öffentlich auf den Marktplatz zu tragen. Dies war in der Geschichte schon immer belebend und leitete oft Veränderungen ein, von denen die „da oben“ meist noch nicht mal etwas spürten. In Bensheim hat da einer was „gespürt“ und reagiert.

Bensheim, trist und leer

Verfilzung geschieht immer dann, wenn der Filz zu dick und undurchsichtig wird. Dann wird in der Regel geschoren – und der nächste Filz kann wachsen. Aber „scheren“ muss wohl einfach manchmal sein. Es erzeugt neuen Mut und meist kreative, oft ungeahnte Möglichkeiten, wirkt aber ganz sicher als Medizin gegen die ständig beklagte Politikverdrossenheit. Hier gilt sicherlich nicht in Abwandlung der Slogan „Fragen Sie Ihren Abgeordneten oder Parteifreund“.

Als ich vor 40 Jahren nach Bensheim zog, war das Motto damals: „Bensheim, Flair und mehr“! Heute heißt es wohl eher: „Bensheim, trist und leer“?

Die Mehrheit der Bensheimer Bürger will stolz auf ihre Stadt sowie das Stadtbild sein dürfen, und sich vor allem darin wiedererkennen wollen. Das sollte das Leitbild für die Entscheidungen des Bürgermeisters mit den Stadtverordneten stets sein: Das Ohr am Munde des Volkes zu haben, die Wünsche, Nöte und Notwendigkeiten erkennen und dann zügig zum Wohle der Stadt umsetzen. Hoffen wir also weiter und mischen uns vehement ein, ein jeder aus seine Weise.

Bernhard Elbert

Bensheim

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