Leserbrief

Neubautrasse

„Mensch vor Verkehr“ sollte sich umbenennen

Der Umweltverband „Mensch vor Verkehr“ (MvV) ist mir sehr suspekt. Schon die Namensgebung ist ein Widerspruch in sich. Verkehr entsteht schließlich durch Menschen und für Menschen und ist keineswegs gegen Menschen gerichtet. Menschen fahren zur Arbeit, zur Schule, Uni, zu Freunden, Festen, kulturellen Veranstaltungen, zum Einkaufen und in den Urlaub. Dazu nutzen sie Auto, Bus, Bahn (ÖPNV), Schiff und auch mal das Flugzeug.

Jeder will schnell ans Ziel

Damit verursachen sie Verkehr. Schiffe, Bahn, Lastwagen, Lieferwagen bringen uns Lebensmittel und Güter aller Art in die Geschäfte und damit auch zu uns nach Hause, zu Baustellen für Gebäude, für Kultur und für die Infrastruktur. Damit verursachen sie Verkehr. Wie kann man also nur auf die Idee kommen, indirekt zu unterstellen, der Verkehr sei gegen die Menschen gerichtet?

Jeder von uns möchte möglichst bequem, sicher und schnell zu seinem Ziel kommen. Dafür halten Bund, Länder und Kommunen ein sich stets den Bedürfnissen anpassendes Straßen- und Schienennetz vor. Dies dient den Menschen, und auf die Verträglichkeit von Fauna und Flora wird dabei auch Rücksicht genommen. Alles muss schließlich noch bezahlbar sein.

Tunnel-Forderung ist überzogen

Wenn der Verband „MvV“ immer wieder einen bergmännischen Tunnelbau zwischen Langwaden und Lorsch fordert, so ist das total überzogen und damit unrealistisch. Mit den gleichen Argumenten müssten in ganz Deutschland tausende Kilometer Schienenwege und Straßen, die durch Städte und in Stadtnähe verlaufen, in Tunnels gepackt werden. Es wiederholt sich ständig: Bei mir zu Hause soll alles ruhig sein, wenn ich woanders hinfahre, ist es mir egal, denn da kriege ich den Lärm ja nicht ab.

Die Strecke zwischen Langwaden und Lorsch zu untertunneln würde Kosten von mehr als 100 Millionen Euro zusätzlich verursachen. Geld, mit dem man Wichtigeres machen kann. Mit Interesse verfolge ich, wie sich hohe Kommunalpolitiker im Kreis Bergstraße und Bergsträßer Bundestagsabgeordnete für den Tunnelbau engagieren. Ich hoffe, weil sie wissen, dass es sowieso nicht dazu kommen wird.

Unfall im Tunnel – was dann?

Was wäre, wenn es in dem kilometerlangen Tunnel zu Pannen oder gar einem Unfall käme? Wie findet die Menschenrettung statt? In letzter Zeit gab es etliche Pannen bei den ICE-Zügen, bis hin zu Bränden. Da könnte sogar ein Einhäuser oder Lorscher Fahrgast betroffen sein. Der nur im Kreis Bergstraße agierende Verband „Mensch vor Verkehr“ sollte sich ehrlicherweise umbenennen in „Einhäuser und Lorscher gegen überregionalen Verkehr“.

Wolfgang Hechler

Lautertal

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