Leserbrief

Neumarkt-Tiefgarage

Mit „Flair und mehr“ nichts mehr zu tun

Begriffe wie „Sprechdenk“ und „Neusprech“ gehören zu den Sprechtexten des auf dem Werk George Orwells basierenden Bestsellers seiner Zeit mit dem Titel „1984“. Ein Beispiel: „Hölle ist Himmel“ oder . „Himmel ist Hölle“. Nicht leicht zu verstehen. Aber darum geht es auch nicht nur.

Kommt ein Theaterbesucher mit seinem Fahrzeug angereist, um eine Aufführung im Parktheater zu besuchen, kann er das vor Ort befindliche Parkhaus benutzen. Kommt er, um das am Montag aufgeführte Theaterstück „1984“ zu besuchen, hat er nach der Wirkung des trostlosen Pessimismuses des Stücks auf sein Gemüt und dem Erlernen des „Neusprechs“ durch die Texte der Schauspieler während des Theaterstücks verinnerlicht, kommen plötzlich beim Betreten des verkommenen Parkhauses Assoziation zum Thema „Neusprech“ bei ihm auf.

Da wird der Aufgang vom Parkhaus ans Tageslicht „von der Hölle zum Himmel“ und der Niedergang zurück zum Parkdeck „vom Himmel zur Hölle“. Retrospektiv und als Blick auf den heutigen Zustand des Parkhauses unter dem Beauner-Platz mit seinen unterschiedlichen Ein- und Ausgängen, repräsentieren diese bestimmt kein Stück „Flair und mehr“.

Wer schon einmal den Weg in die untersten Bereiche dieser Betonwüste besucht hat, trifft dort auf eine weitere Form menschlicher Lebensweisen: Urinseen, Drogenhandel, Verschmutzungen aller Art und Geruchswelten, die davon zeugen, dass die Parkhaus-Toiletten verschlossen sind. Manchmal erschallt das Geschrei der Lebewesen hinauf in das erste und zweite Parkdeck. Dann ist ganz unten „König Alkohol“ zu Gast.

Dieter H. Sommer

Bensheim

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