Leserbrief

Bürgermeisterwahl

Mit Querdenkern aus der Stagnation herauskommen

Auf dem Boden einer freiheitlich demokratischen Grundordnung ist gerade die Abwechslung an der Spitze eine Art Garant für Neues und innovatives Denken. Und weil wir Menschen nun mal sind, was wir denken, liegt im Außergewöhnlichen eine Chance.

In der Wirtschaft geradezu gesucht und gefördert ist das Querdenken. Große und mittlere Unternehmen investieren unter Umständen sehr viel Geld in den Aufbau von Querdenkerstrukturen. Warum? Nun, weil es ein Unternehmen aus der Stagnation holen kann. Weil manche in diesen Unternehmen eben den Wald vor lauter Bäume nicht sehen können oder wollen.

Weil sie, wenn es um das Amt eines Bürgermeisters geht, die Nähe zu den Bürgern verloren haben. Mitunter nicht einmal mit Absicht, sondern weil es Menschen mit persönlichen Stärken und eben auch Schwächen sind. Wie in der letzten Pressemeldung der FWG nachzulesen, verbindet man reflexhaft, dass jemand, der sich zur Bürgermeisterwahl stellt, sich in der Hessischen Gemeindeordnung auskennt. Sozusagen wie ein katholischer Priester sich in der Bibel auskennen sollte.

Im Vordergrund stehen nicht persönliche Stärken, wie Ehrlichkeit, Empathie, Stärken bei der Mitarbeiterführung, Freundlichkeit oder Bürgernähe über die gesamte Amtsperiode und nicht nur vor Wahlen.

Was hat die Wählerschaft in Bensheim für eine Auswahl? Rolf Richter von der CDU, mit der er als Hauptverantwortliche , das Chaos in den letzten Jahren erst so richtig in Schwung gebracht hat?

Manfred Kern von den Grünen, die die letzten fast 20 Jahren (äußerst) maßgeblich das Chaos erst möglich gemacht hat? Christine Klein, die bereits zweimal (einmal für die SPD und dann ein zweites Mal für die Grünen) angetreten war. Das schmeckt dann schon ein wenig nach persönlichen Zielen. Welche Welten liegen zwischen der Bensheimer SPD und den Bensheimer Grünen (oder wie sie auch derzeit sich nennen)? Aus meiner Sicht, sind die einzig echten Alternativen Stefan Strehle (FDP) und Frank Richter (unabhängig). Für Wahlberechtigte, die mit den Ergebnissen der letzten 20 Jahren nicht zufrieden sind, gilt der Spruch (Metapher aus der Wirtschaft): Der Fisch stinkt vom Kopf!

Damit ist gemeint, eine Struktur ist immer nur so gut oder eben auch so schlecht, wie die Führung ganz oben. Eine Veränderung ist in einem Gebilde nur möglich, wenn eine Führung ins Amt kommt, die sich eklatant von der vorherigen unterscheidet. Damit wären wir wieder bei den Auswahlmöglichkeiten. Die, die sich in der HGO besonders gut auskennen, wären unter Umständen die Falschen.

Karl Kraft

Bensheim

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