Leserbrief

Friedhofstraße

Mit Tempo 30 lässt sich die Gefahr stark reduzieren

Die Debatte über Tempo 30 auf der Friedhofstraße wird leider teils sehr emotional geführt und hat sich gerade in der Facebook-Diskussion von den Gegnern des Tempo 30 auf eine Frontlinie „Alteingesessene“ gegen „Zugereiste“ versteift.

Das ist ausgesprochen traurig, denn wir Bewohner des Eulergeländes sehen uns so gar nicht als „Zugereiste“. Wir sind Bensheimer, teils schon sehr lange, teils noch nicht so lange. Aber wir sind keine Reisenden. Wir sind Menschen, die hier leben, unseren Mittelpunkt hier haben. Die wenn sie nicht sowieso von hier kommen, gerne und bewusst nach Bensheim gezogen sind.

Ein Stück Verkehrssicherheit

Und genauso wenig wie wir Reisende sind, möchten wir irgendjemand etwas wegnehmen. Aber wird denn jemand etwas weggenommen, wenn auf einer Strecke von knapp 200 Metern ein Tempolimit eingerichtet wird? Eigentlich nichts, außer dem oft zitierten „Das war schon immer so“. Aber muss es auch so bleiben? Früher war hier „der Euler“, heute leben hier sehr viele Menschen. Alte Menschen, viele davon Bensheimer seit Jahrzehnten. Junge Menschen, Familien mit Kindern. Und die Bensheimer hier auf dem Eulergelände wünschen sich ein Stück Verkehrssicherheit auf einer momentan gefährlichen Straße. Das habe ich selbst schon oft genug erlebt. Als Fußgänger, als Radfahrer und als Autofahrer.

Mit Tempo 30 lässt sich diese Gefahr drastisch reduzieren. Der einzige Preis, den wir dafür zahlen müssen, sind zehn Sekunden mehr pro Durchfahrt. Ich meine, das ist kein großer Preis dafür, dass wir die Friedhofstraße der veränderten Lebensrealität anpassen.

Bringen wir den Mut auf und gehen diesen Schritt. Niemand wird wirklich etwas verlieren, viele werden gewinnen. Bensheim hält zusammen, darauf vertraue ich.

Thomas Müller

Bensheim

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