Leserbrief

Waldnutzung

Mountainbiker fährt Hund tot und fährt weiter

„,Kleinkrieg’ in Bergsträßer Wäldern“, BA vom Samstag, 30. März, und „Beiderseitige Rücksichtnahme vermeidet Konflikte“, BA-Leserforum vom Dienstag, 2. April

Im vergangenen Jahr musste ich mir mit Schrecken die Geschichte meiner Nachbarin anhören. Ihre Enkelin war mit Mann und kleiner Tochter bei Lindenfels spazieren. Ein Mountainbiker schoss um die Ecke und überfuhr den kleinen Hund der Familie, der starb. Er hielt kurz, erklärte, er sei nicht schuld, und fuhr weiter. Die Familie stand schockiert im Wald, das Kind weinend mit ihrem kleinen, toten Hund. Und – was wäre gewesen, wenn nicht der Hund, sondern das kleine Mädchen überfahren worden wäre? Wäre es dann angezeigt worden?

Diese Geschichte ging dramatisch aus, nicht wie bei Herrn Gutzeit, dessen beschriebene Situation von beiden Seiten mit Humor genommen wurde!

Es gebe kaum dokumentierte Unfälle, das mag sein, aber unzählige Geschichten. Wir sind mit unseren Pferden im Bereich Wilmshausen/Schönberg/Reichenbach unterwegs, wir haben unzählige Geschichten, wo Mountainbiker um die Ecke, aus dem Wald geschossen kommen und nicht nur uns, sondern auch sich selbst gefährden. Einmal ist einer zwischen uns durchgefahren, das hätte auch für ihn schief gehen können.

Im Übrigen ist der Mountainbiker-Weg im Bereich Schönberg ein ehemaliger Reitweg, der von den Reitern in Schönberg in Eigenarbeit angelegt wurde und dann zu einem Fahrradweg umfunktioniert wurde.

Ja, ich folge Herrn Gutzeit, dass die Anzahl der Radfahrer im Wald steigt. Warum? Weil sie sich von ihrem E-Bike „hochziehen“ lassen und sich dann mit atemberaubender Geschwindigkeit den Berg herunterrollen lassen – und das soll dann Sport sein?

Ich möchte natürlich auch betonen, dass es rücksichtsvolle Radfahrer im Wald gibt, die von weitem rufen, die langsam fahren und mit denen man gerne auch ein paar Worte wechselt, aber die Tendenz geht leider in die andere Richtung.

Familien wollen mit Kindern und Hunden sicher im Wald spazieren gehen. Sollen die Kinder auch an die Leine genommen werden, so dass die Eltern im Notfall schnell die „Reißleine“ ziehen können? Wollen wir im Wald wirklich Wege und „Funparks“ für Fußgänger, Radfahrer, Reiter, Jogger…?

Ich folge dem Autor des Leserbriefes zu Mountainbikern und Fußgängern, der gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme bevorzugt, dann haben wir ein „Miteinander“ und ich glaube, das tut unserer Gesellschaft gut.

Claudia Wohlers-Stimmler

Bensheim

Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

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