Leserbrief

Haus am Markt

Nachfolgende Generationen müssen bluten

Der geplante Kauf der Häuser „Am Marktplatz 2+3“ ist für die Stadt fehlgeschlagen. Dem Eigentümer sei Dank, erspart er uns doch weitere Verschwendung von Steuergeld. Was nun, reißt der Eigentümer diese, im Zusammenhang mit dem geplanten, angeblich bereits genehmigten Abriss des Hauses am Markt mit ab?

Es wäre eine gute Gelegenheit dazu. Die Anwohner am Marktplatz hätten nur einmal den Lärm und Staub zu ertragen. Bei der öffentlichen Drohung – Zwangsmaßnahmen gegen den Eigentümer“– eine folgerichtige Entscheidung. Wenn die Stadt schon behauptet, die Renovierung oder Sanierung des Hauses am Markt rechnet sich nicht, wie soll sich dann erst die Sanierung der beiden im Privatbesitz befindlichen Häuser rechnen?

Besser für Bensheim wäre es nach meiner Auffassung gewesen, das Kaufangebot potenzieller Investoren anzunehmen und so die Schuldenlast der Stadt zu reduzieren. Aber nein, man entschied sich für zusätzliche Kosten. Natürlich kann die Stadt, im Gegensatz zu einen Privatmann, sinnlose Schulden machen. Dann wird sie, wenn nötig, unter Finanzaufsicht gestellt (Rettungsschirm) und durch das Geld der Steuerzahler gerettet. Die nachfolgenden Generationen müssen dafür bluten.

Wäre der Projektträger ein privater Investor, wie bei der neuen Altstadt in Frankfurt, würde es mich nicht besonders aufregen. Über Geschmack oder Schönheit kann man ja vortrefflich streiten. Bei der systematischen Verschwendung von Steuergeldern, mit Langzeitwirkung, sieht es anders aus. Hierfür haften eventuell meine Kinder und Enkelkinder die nächsten 50 Jahre. Besser ist es deshalb, in die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder als sinnlos ins Haus am Markt zu investieren!

Hermann Bausch

Bensheim

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