Leserbrief

Erschossene Hunde

Naherholungsgebiet oder doch schon Wilder Westen?

Freilaufende Hunde im Wald erschossen, BA vom 2. Dezember

Mit Entsetzen habe ich von den zwei in der Nähe zum Kirchberghäuschen erschossenen Hunden gehört. Meines Wissens sollen die Hunde beim Toben abseits der Wiesen gelaufen sein und sind dann erschossen und „entsorgt“ worden – vermutlich ohne die würdigende letzte Äsung zwischen den Kiefern.

Die genauen Umstände sind mir nicht bekannt, aber die Bilder der Hunde zeigen mir, dass zumindest der kleinere der beiden sicher nicht zum typischen „Killer-Kommando“ gehört hatte, sondern eher als Typ Plüschtier einzustufen war. Und vielleicht sind sie tatsächlich einem Reh hinterher gelaufen und haben es verletzt, unnötig, traurig und hier ist jeder Hundehalter in der Verantwortung und lieber einmal mehr die Schleppleine an den Hund gehängt. Wildtiere dürfen eben auch nicht zum Auslastungsprogramm jagdlich veranlagter Hunde gehören.

Schlimm finde ich jedoch, wann und wo die Hunde erschossen wurden. Außerhalb der Brut- und Setzzeit und in einem Naherholungsgebiet, welches momentan pandemie-bedingt übervölkert ist von Familien, Freizeitsportlern und erholungssuchenden Spaziergängern. Wer dort am helllichten Tag glaubt, vermeintlich wildernde Hunde (was zu beweisen wäre) erschießen zu müssen, ist in einer sehr besonderen Mission unterwegs. Hier stellt sich mir schon die Frage, ob sich diese schöne Gegend in „Wild-West-Manier“ mit einer Art Hunde-Lynch-Justiz verwandelt hat.

Solch überambitionierten Jagdpächtern sollte der Jagdschein und die Erlaubnis zum Führen einer Waffe entzogen werden – zum Schutze aller.

Stefanie Melzer

Lautertal

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