Leserbrief

Zukunftsplanung

Neue Gewerbegebiete sind Vergangenheit

„Anforderungen an die Gewerbegebiete der Zukunft“, BA vom Mittwoch, 4. Dezember

Die Wirtschaftsförderung Bergstraße informierte ihre Mitgliedskommunen über zukünftige Anforderungen an Gewerbegebiete. Sie präsentierte dazu vorhandene Trends. Umweltverträgliche Mobilitätskonzepte und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten seien gefragt. Prima!

Ein besonderer Aspekt kann aber logischerweise schlecht von den Firmen nachgefragt werden, den muss die Politik einbringen – nämlich, ob es überhaupt noch neue Gewerbegebiete geben soll. Und die Wirtschaftsförderung ist ja eine Gesellschaft in kommunaler Hand und sollte dies einbringen. Dem Artikel nach zu urteilen, scheint dieser Gesichtspunkt der Wirtschaftsförderung jedoch völlig fremd zu sein. Insofern hinkt sie etwa 50 Jahre hinterher. Denn die „Grenzen des Wachstums“ sind schon 1972 festgestellt worden.

Die Zukunft liegt somit nicht in neuen Gewerbegebieten. Vielmehr muss vermieden werden, überhaupt noch neue Gewerbegebiete auszuweisen und dadurch Ackerflächen zu bebauen. Die Wirtschaft muss umgebaut werden, sollte aber nicht mehr expandieren.

Arbeitsplätze müssen im ländlichen Raum gefördert werden, nicht in Ballungsgebieten und soweit irgend möglich durch Nutzung von sowieso schon bebauten Flächen. Und natürlich muss es in den weniger besiedelten Gegenden schnelles Internet und gute Anbindungen an den öffentlichen Personennahverkehr und andere Infrastruktur geben, um die Lebensqualität zu verbessern. Damit weniger Menschen genötigt werden, jeden Tag mit ihren Autos zu pendeln, dabei ihre Lebenszeit zu verschwenden, die Luft zu verpesten und das Klima aufzuheizen. (Ich habe das leider auch gemacht, als ich noch berufstätig war).

Otto Merkel

Bensheim

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