Leserbrief

Heppenheim liest ein Buch

Niedergang der deutschen Literatur

"Im geklauten Lada in Richtung Walachei" (BA vom 5. Juni 2012)

Der Roman "Tschick" von Wolfgang Herrndorf sei "bereits als Schulbuch geadelt" worden, wird im BA berichtet - und dass es sich "um ein ausgesprochenes Jugendbuch" handelt, denn "Tschick" ist "im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Literaturpreis ausgezeichnet worden". In den auf dem Umschlag des Romans abgedruckten Rezensionen heißt es: "Die Geschichte, die man gar nicht oft genug lesen kann" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) oder "Tschick ist ein (...) Roman, der nur einen Nachteil hat, dass er viel zu schnell zu Ende geht" (Deutschlandradio, Jörg Magenau).

Angewidert aus der Hand gelegt

Ich habe den Roman auch in der Hand gehabt. Auf den 354 Seiten kommt 61mal das Wort "Scheiße" (allein viermal auf Seite 86), 33mal das Wort "Arsch" bzw. "Arschloch" (allein fünfmal auf Seite 76) und zehnmal das Wort "geil" allein viermal auf Seite 85) vor.

Seinen Höhepunkt erreicht das preisgekrönte Jugendbuch auf Seite 89. Dort steht auf einer einzigen Seite dreimal "Arsch", dreimal "Scheiße" und einmal "geil". Ich habe es angewidert aus der Hand gelegt.

Besser lässt sich der Niedergang unserer deutschen Literatur nicht belegen. Oder liegt auf meiner Seite eine Missverständnis vor? Soll das witzig und geistreich sein?

Dr. Gerhard Maurer

Bensheim

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