Leserbrief

Verkehr

Noch mehr Stau auf der Wormser Straße

„Ampel bleibt, Unterführung kommt weg“, BA vom 29. Mai

Jetzt auf einmal soll das „Bauwerk“ Fußgänger-Unterführung Wormser Straße, das seit 1970 besteht und meines Erachtens aufgrund einer fehlerhaften Entscheidung der Stadtverordneten gebaut wurde, abgerissen werden. Es gab schon damals alte und schwerbehinderte Menschen, die allzu gerne den Fußgängertunnel benutzt hätten. Als Schulweg zu Schulen auf der „anderen Seite“ wurde es seit dem Bau der Ampel nur noch selten benutzt. Schüler bedienten sich lieber der Ampel – aus Bequemlichkeitsgründen.

Erhöhter Fußgängerbetrieb

Wenn man nun vonseiten der GLB von „Zuschütten“ und „Angsträumen“ sowie Vermeidung von Kriminalität, die auch durch Kameras nicht zu vermeiden ist, spricht, halte ich das für einen vorgeschobenen Grund. Andere Städte haben da andere Erfahrungen gemacht. Merkwürdigerweise ist man von Kameras am Bahnhof und deren Wirkung geradezu begeistert. So gesehen müsste man die Unterführung Berliner Ring/Wormser Straße ebenfalls zuschütten.

Ausgerechnet jetzt, wo man das EKZ-Gelände bebauen will und mit einem erhöhten Fußgängerbetrieb zu rechnen ist, will man „zuschütten“. Fakt ist, die Ampel würde um ein Vielfaches mehr benutzt werden. Ausgerechnet die GLB (Verfechter von Feinstaubreduzierung) trägt dazu bei, dass die Anwohner durch noch mehr Verkehrs-Rückstau, belastet werden.

Man sollte Überlegungen wie Verfüllung (wahrscheinlich mit dem Abbruch-Material des EKZ-Geländes) verwerfen, und stattdessen einen Umbau vornehmen, der den gefahrlosen Übergang gewährleistet. Dies ist bei der Ampel nicht immer gegeben und es wird letztendlich auch zu größerer Feinstaubbelastung kommen.

Warum will man nach dem Zuschütten auf der freiwerdenden Fläche auf der EKZ-Seite vier Kurzzeitparkplätze für eine Bäckerei schaffen? Jeder Bauherr muss eine bestimmte Anzahl von Stellplätzen auf seinem eigenen Grundstück ausweisen. Bei Neuerrichtung eines Geschäftsgebäudes mit Laufkundschaft braucht man das nicht? Ich sehe darin einen besonderen Service der Stadt gegenüber dem Bauträger.

Bevor man solche Überlegungen – wie eine Verfüllung des Tunnels – anstellt, sollte man erst einmal, wie schon mehrmals gefordert, für einen besseren Verkehrsfluss auf der Wormser Straße sorgen.

In der Aussage des Bürgermeisters, der in einer öffentlichen Veranstaltung Leserbriefschreiber als „Querulanten“ bezeichnet hat, sehe ich ein mangelndes bzw. fehlendes Demokratieverständnis. Ich bin seit 69 Jahren Bürger dieser Stadt und nehme mir das Recht der freien Meinungsäußerung heraus und das Recht, mich kritisch äußern zu dürfen.

Ich bin froh, dass wir in unserem Land noch eine freie Presse haben. die die Meinungen der Bürger veröffentlicht.

Josef Gondolph

Bensheim

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