Leserbrief

Kolmbach

Politik muss mehr Rücksicht auf die Bürger nehmen

Bauschutt-Recyclinganlage:

Grundsätzlich habe ich Verständnis dafür, dass die Lindenfelser Kommunalpolitiker angesichts ihrer leeren Haushaltskasse versuchen, ihre finanzielle Lage durch Grundstücksverkäufe aufzubessern. Jedoch vermisse ich ihre Bereitschaft – wie in der Parlamentssitzung am 31. Oktober zu erleben war – sich an touristischen Vorhaben zu beteiligen.

Stattdessen wird eine Bauschutt-Anlage im entferntesten Stadtteil von Lindenfels – der „Perle des Odenwaldes“ – geplant. Die Leidtragenden dieses Bauvorhabens sind aber nicht die Bewohner von Lindenfels, sondern die von Kolmbach und die sich angeblich unberechtigterweise einmischende Nachbargemeinde Lautertal.

So ist es, wir mischen uns ein – aber nicht unberechtigterweise, sondern wie in einer Demokratie üblich. Wer, wenn nicht wir? Dieses Bauvorhaben und die damit einhergehende die Störung unserer Ruhe, das zukünftige Einatmen der durch die Staubentwicklung verschmutzten Landluft beeinträchtigt nicht nur Mensch und Tier, sondern unsere direkte Umwelt.

Zudem muss man den dazugehörigen Schwerverkehr bedenken, der den Schutt auf den neuen Straßen des Lautertals in den Odenwald transportiert und beim Abladen meterhohe Bauschuttberge aufwirft.

Wir werden diese geplante Bauschutt-Anlage, solange wir hier wohnen immer erleben, hören, spüren, sehen, während sich die meisten Befürworter dieser – hier nicht unmittelbar benötigten Anlage – im entfernteren Lindenfels an ihrer schönen Aussicht und der für einen heilklimatischen Kurort erforderlichen frischen Luft erfreuen.

Noch vor zwei Jahren hätte ich ein solches Bauvorhaben hier für unmöglich gehalten. Sicher ist es in einer Demokratie ausgesprochen schwierig, es jedem Recht zu machen. Aber die Vorstellung, dass sich Lindenfels als „Perle des Odenwaldes“ bezeichnet, als heilklimatischen Kurort aber gleichzeitig dem Betrieb einer Bauschutt-Anlage in einem zugehörigen Stadtteil zustimmt, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Leider blieb bei der Sitzung die Frage nach dem Abwasser unbeantwortet. Da Wasser bergab fließt, wird es seinen Weg sicherlich durch das Lautertal nehmen. Dies stellt für die teils maroden Abwasserleitungen der Gemeinde eine zusätzliche Belastung dar. Ich würde es begrüßen, wenn die Kommunalpolitiker zukünftig mit etwas mehr Rücksicht auf die Bevölkerung agieren und sich bei einer solch wichtigen Entscheidung die nötige Zeit nehmen, um alles in Ruhe zu überdenken.

Elke Rettig

Gadernheim

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