Leserbrief

Bürgermeisterwahl

Respekt und Demut fördern das Wir-Gefühl

Das Wir-Gefühl vermisst der Leserbriefschreiber, das vermisse ich auch. Und es wird auch nicht besser, wenn falsche Behauptungen in den Raum gestellt werden. Einem Gebäude wie dem Haus am Markt aus den späten 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ohne Sanierung eine perfekte Energieeinsparverordnung zu bescheinigen, stimmt einfach nicht. Dass ein seit Jahren leerstehendes Gebäude abgerissen wurde, war überfällig. Das Haus hätte meiner Meinung nach nie so gebaut werden dürfen, und mit der Meinung bin ich nicht alleine.

Das Bürgerhaus, das seine besten Zeiten hinter sich hatte zu renovieren, ist beschlossen (akzeptiert) – und wenn renovieren, dann richtig. Dass es dabei schöner wird, warum nicht? Warten wir es einfach mal ab, aber über Geschmack lässt sich streiten. Wenn in Bensheim nicht alles gebetsmühlenmäßig immer und immer wieder diskutiert würde und jeder Recht haben will, kämen wir schneller zum Ziel, und es würde am Ende nicht so viel kosten.

Für das Kaufhaus Krämer laufen die Planungen (so war es aus der Presse zu entnehmen) und werden demnächst der Öffentlichkeit präsentiert, und dann werden wir es wieder zerreden? Oder setzt unser Wir-Gefühl ein, und wir lassen mal den Fachleuten freien Lauf, um uns zu zeigen, was sie drauf haben?

Haben sie sich früher in ihren doch gehobenen Positionen im öffentlichen Dienst von Nicht-Fachleuten ständig reinreden lassen? Wenn sie hier mit Nein antworten, sind wir uns einig. Ich glaube, dass es in Bensheim gekränkte Eitelkeiten gibt, früher haben sie in Bensheim bestimmt, direkt oder indirekt.

Das ist irgendwann vorbei, und das muss man lernen und akzeptieren, alles hat seine Zeit, auch bei den Menschen und ihren Ämtern. Wenn das akzeptiert wird, stellt sich das Wir-Gefühl in Bensheim wieder ein. Akzeptanz, Loyalität, Respekt und Demut gegenüber dem anderen, das fördert das Wir-Gefühl. Egal, wer Bensheim regiert.

Trotz allem bin ich der Meinung, unser Bürgermeister muss seine angefangenen Arbeiten fertigstellen können. Ich liebe dieses Städtchen und werde es mir nicht kaputtreden lassen.

Sabine und Romed Klein

Bensheim

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