Leserbrief

Straßenverkehr

Riskantes Manöver eines Retters führte fast zu Unfall

Um es vorweg zu betonen: Ich bringe den Rettungsdiensten, der Feuerwehr oder der Polizei gegenüber meinen uneingeschränkten Respekt zum Ausdruck. Doch auch hier schreibt der Gesetzgeber ganz klare Regeln vor, die auch und insbesondere für Fahrer von Rettungsfahrzeugen gelten. Es steht außer Frage, dass bei einem Notfall schnell und besonnen gehandelt werden muss. Das soll aber nicht heißen, dass eine Person gerettet wird und zwei oder mehrere Personen werden Opfer eines übereifrigen Fahrers eines Rettungsfahrzeuges. So ereignete sich am Samstag, 8. Juni, eine prekäre Situation auf der Lorscher Hirschstraße in Höhe der Südapotheke:

Ich befuhr gegen 14.55 Uhr die Hirschstraße in Richtung Süden, meine Frau begleitete mich als Beifahrerin. Aus Richtung Süden kam ein Rettungsfahrzeug im Einsatz, das ich wegen der sehr hohen Geschwindigkeit gar nicht wahrnehmen konnte. Plötzlich ertönte das Martinshorn und die Blaulichter leuchteten auf, was uns über die Maßen erschrocken hat. Das Fahrzeug machte unmittelbar - circa 30 Meter - vor unserem Fahrzeug ein Wendemanöver nach links, also direkt auf uns zu, und dann sofort wieder nach rechts und zwang mich, unser Fahrzeug rechts auf den Randstreifen des Bürgersteiges beziehungsweise des Radweges zu fahren, um einer eventuellen Kollision aus dem Wege zu gehen.

Ich rief bei der Polizeistation in Heppenheim an, um den Fahrer des Einsatzfahrzeugs zu ermitteln, dort hat man mich an die Leistelle des Rettungsdienstes (112) verwiesen. Nach der Schilderung der Situation hat sich der dort Diensthabende meiner Rechtsauffassung angeschlossen und erklärt, dass auch Fahrer von Rettungsfahrzeugen sich angemessen in der Ausführung ihrer Tätigkeit verhalten müssen. Allerdings verwies er mich jedoch wieder zurück an die Polizeistation Heppenheim, wo ein anderer Polizeibeamte wieder eine eigene Meinung hierzu hatte, die ich hier nicht wiedergeben möchte.

Die Verantwortlichen der Stadt Lorsch sollten ihre Bürger besser vor solchen Unrühmlichkeiten schützen und bei den Institutionen mehr Besonnenheit anmahnen.

Peter Auer

Vereidigter Kfz-Sachverständiger

Lorsch

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel