Leserbrief

Haus am Markt

Schönes Panorama nicht wieder verschandeln

Die Meldung über den Baustopp beim Haus am Markt verbreitete sich bereits am Mittwoch wie ein Lauffeuer und sorgte für große Freude und Erleichterung.

Umso unverständlicher empfinde ich die Äußerungen der einzelnen Parteien in der Freitagausgabe unter anderem den Verweis auf den Koalitionsvertrag. Jeder weiß doch, wie es hier vor sich geht, sowohl auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene. Jede Partei möchte ihr Programm durchbringen und Posten sichern, egal ob diese Vorschläge im Interesse der Wähler/Bürger sind.

Abriss nicht nachvollziehbar

Der Abriss des Hauses am Markt war für mich schon nicht nachvollziehbar. Würde man alle Häuser aus den 70er Jahren abreißen, würde in Bensheim nicht mehr viel übrig bleiben.

Jeder Politiker und Bürger, der heute auf dem Marktplatz steht, hat einen wunderschönen Blick auf unsere Kirche. Mit den Fachwerkhäusern im Umfeld ein unvergleichlich schönes Panorama. Dies sollte nicht wieder verschandelt werden.

Eine Schande für unsere Stadt

In den Berichten wurde auch die Denkmalbehörde angeführt. Wo war und ist diese Behörde, wenn es um die alten Fachwerkhäuser (ehemals Weickert) geht? Sie stehen seit Jahren leer und verfallen. Das ist eine Schande für unsere Stadt und diese historischen Häuser.

Und nun zur Belebung des Marktplatzes: Der Hospizverein und das Café alleine hätten keinerlei Belebung des Marktplatzes bewirkt. Hier fehlt ein Gesamtkonzept. Was hatten wir einst in Bensheim für tolle Fachgeschäfte. Heute zum Teil Leerstände und Billigläden. Das vielfältige Sortiment fehlt. Auch hier ist ein Blick nach Heppenheim und deren Fußgängerzone zu empfehlen.

Mein Vorschlag: die Fachwerkhäuser in den Besitz der Stadt bringen, man spart ohne den Neubau genügend Geld. Sie wären geeignet für ein kleines Café oder Ähnliches. Ein Blick über die Stadtgrenze hinaus nach Heppenheim zeigt, wie schön und belebt ein Marktplatz sein kann – und Bensheim hat noch den Blick auf eine wunderschöne Kirche. In das ehemalige Kaufhaus Krämer könnte der Hospizverein einziehen.

Jetzt zählt Einigkeit

Es wurden in den vergangenen Jahren so viele Fehler durch die Verantwortlichen der Stadt gemacht: Bürgerhaus (keine Renovierung, sondern Neubau auf ein paar Grundmauern), Fällen der Bäume auf dem Nettoparkplatz, damit am Hessentag ein Zelt aufgestellt werden konnte. Ich hoffe, alle Bürger Bensheims können sich auf unsere auf Zeit gewählten Politiker verlassen. Hier zählt jetzt Einigkeit und der Wille der Bürger und nicht wieder das übliche Parteien-Kompetenz-Gerangel.

Hut ab vor der Entscheidung unseres Bürgermeisters, hier noch rechtzeitig und hoffentlich endgültig die Reißleine zu ziehen.

Cornelia Mennel

Bensheim

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