Leserbrief

Fußball-Fans

So macht mir der Fußball keinen Spaß

„Ohne Fans ist Fußball nichts wert“, Interview mit Fan-Forscher Harald Lange (BA vom 7.1.2021).

Die Befürchtungen von Harald Lange in Bezug auf den professionellen und kommerziellen Fußball lassen in mir Hoffnung für die sportliche Bedeutung des Fußballs aufkeimen:

Als die Corona-Krise die Fußball-Blase beschränkte, teilweise auch stoppte, hatte ich die Hoffnung, dass DFB und die Liga jetzt Zeit und Freiräume hätten, ihre eskalierenden Probleme mit ihren randalierenden Fans und den menschenverachtenden Menschenhandel zu klären. Stattdessen beobachte ich nur Wegducken, Geldgier und Pfründe sichern.

Und was dabei rauskommt, sind Geisterspiele, ohne Zuschauer. Vordergründig scheint dabei der Sportaspekt zu gewinnen: Die Spieler spielen und können Spaß haben. Eben Sport! Wenn dahinter nicht die Geldgier, der Menschenhandel, das primäre Prinzip des Kommerzes wäre. Sport/Spaß, das brauchen die nicht. Hauptsache Einnahmen, das eigene Konto füllen. Wo bleibt da der Fußball?

Kein Plan gegen die Randale

Und dann das Problem mit den randalierenden (angeblichen) Fans. Welche Ideen hat die Zeit des Lock-downs gebracht? Keine! Wenn die Zeit gekommen ist, kommen die Randale-Pöpel-Kreise wieder in die Stadien und machen das einzige, was sie können: Randale. Wo ist da Sport und Spaß?

Und wenn die Gladiatoren in den Geisterspielen auch noch den gesundheitlich gefährdeten Mitmenschen die Test-Materialien und in naher Zukunft sicher auch die Impfstoffe wegnehmen, dann empfinde ich das unsolidarisch, asozial, pervers, in höchstem Maße menschenverachtend.

Ich warte schon seit Jahrzehnten darauf, dass ich ohne Gefährdung meiner Gesundheit auch mal zu einem sportlichen (!) Fußballspiel kommen kann. Aber auf die Randale hatte ich schon früher keine Lust, und heute immer noch nicht. Außerdem kann ich die Aufrechterhaltung dieser menschenverachtenden Strukturen (früher nannte man so was vermutlich „Kriegsgewinnler“) in keiner Weise unterstützen.

Lieber DFB: Nutze die Zeit zum Lösen Eurer Probleme mit den Randale-Fans, aber nicht auf Kosten nicht beteiligter Menschen. Dann könnten auch sportbegeisterte Fans in Zukunft Interesse haben, zu den Spielen zu kommen.

Maximilian Schneider

Bensheim-Auerbach

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