Leserbrief

Photovoltaik

Solarenergie kostet mehr, als sie uns bringt

„Leuchtturmprojekt für die Region“, Bergsträßer Anzeiger vom Samstag, 29. September

Werden 750 Haushalte in unserer Region wirklich mit klimafreundlichem Solarstrom versorgt? Natürlich nicht, sondern selbstredend nur dann, wenn die Sonne scheint. Die Angabe einer Strommenge für 750 Haushalte ist nur eine anschauliche Rechengröße. Sie entspricht circa 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom, die optimistischerweise mit dieser PV-Anlage pro Jahr erzeugt werden sollen.

Wenn die Sonne nicht scheint und auch kein Wind weht, werden diese 750 Haushalte selbstverständlich mit Kohlestrom versorgt. Das Großkraftwerk Mannheim fährt daher die Verbrennung von Steinkohle zur Stromerzeugung hoch.

Man kann Strom aus Photovoltaik und Windanlagen leider nicht in ausreichenden Mengen speichern. Für die mehrmals im Jahr auftretende Dunkelflaute braucht man nach Angaben der Bundesnetzagentur über 1000 Pumpspeicherwerke.

In dem Artikel wird kein Wort über die Kosten und Subventionen dieser PV-Anlage verloren. Die Stromverbraucher bezahlen in Deutschland laut aktuellem Bericht des Bundesrechnungshofes 34 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich für die Ökostromerzeugung.

Da freuen sich, wie man sehen konnte, die GGEW, der Landrat, die Bürgermeister sowie der hessische Energieminister Tarek Al-Wazir, dass sie von diesem unfassbar großen „Kuchen“ durch die neue PV-Anlage ein Stück abbekommen (natürlich nicht persönlich).

Etwa 1000 Euro bezahlt demnach jeder Haushalt pro Jahr für den Luxus, zwei parallele Stromerzeugungswege zu haben. Für jedes Windrad und jede PV-Anlage muss eine konventionelle Backup-Anlage (Kohle oder Gas) vorhanden sein. Schade um die für 30 Jahre (warum eigentlich?) eingezäunte und versiegelte Fläche der PV-Anlage in Heppenheim. Ein schöner Mischwald hätte dort wirklich nachhaltig positiv für das Klima, nicht nur im Sinne von CO2-Einsparung, gesorgt.

Im Übrigen benötigt eine PV-Anlage nördlich der Alpen mindestens 25 Jahre, um die Energiemenge zu erzeugen, die zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Die ETH-Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule) hatte hierzu die Energie zur Herstellung von Silicium-Halbleitermaterial, Glas, Aluminium etc. mit den Kilowattstunden Strom, die erzeugt werden, verglichen. Aber über den hochsubventionierten EEG-Strompreis ist die Heppenheimer PV-Anlage sicher in wenigen Jahren amortisiert.

Hans Ambos

Bensheim

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