Leserbrief

Lautertaler Gemeindevertretung

Spielchen entsprechen nicht dem Wählerwillen

Zum Eklat in der vorigen Gemeindevertretersitzung wurden einige Pressemitteilungen veröffentlicht. Naturgemäß hat jede Fraktion eine andere Sichtweise der Vorgänge. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung hat in seiner Stellungnahme den Ablauf der Ereignisse korrekt dargestellt. Da ich anwesend war, erlaube ich mir, diese Feststellung zu treffen.

Ich möchte aber hier einmal die Sichtweise der Zuhörer ins Spiel bringen. In Gesprächen während des nichtöffentlichen Sitzungsteils und nach der Veranstaltung kann man die Meinung der Zuhörer wie folgt darstellen: „Dieses Kasperltheater tue ich mir nicht mehr an.“ „Das ist einfach nur lächerlich.“ Und das waren noch die freundlichsten Kommentare.

Nach der vorigen Kommunalwahl ist die LBL auch wegen der Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien in die Gemeindevertretung gewählt worden. Eines der Wahlversprechen war, mit dem Parteiengeplänkel aufhören zu wollen, und mit allen Fraktionen konstruktiv zu diskutieren. Ausnahmslos alle Fraktionen haben genau dasselbe gefordert, und ihre Mitwirkung zu einer sachorientierten Arbeit zugesagt.

Was daraus geworden ist, kann man ja in dieser Zeitung immer wieder nachlesen. Ich habe Respekt vor dem Engagement eines jeden Mitglieds der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstands. Aber, meine Damen und Herren, diese Spielchen entsprechen nicht dem Willen der Wähler.

Dass es auch anders geht, war in einer Sitzung im vergangenen Jahr zu sehen: In vorbildlicher Weise wurden Argumente ausgetauscht und alle Fraktionen sind zur Kompromissfindung aufeinander zugegangen. Als ich nach dieser Sitzung gegenüber einem Gemeindevertreter meine Verwunderung zum Ausdruck brachte, sagte dieser nur: „Hast du denn nicht gemerkt, dass drei maßgebliche Personen heute nicht anwesend waren?“

Diese glückliche Konstellation hatte sich seither nicht mehr ergeben. Folgerichtig war danach auch keine vernünftige Sitzung mehr zu verfolgen.

In der Vergangenheit wurden Fehler von allen Fraktionen gemacht. Nun gilt es doch, aus diesen zu lernen und sie möglichst nicht zu wiederholen. Daraus resultiert meine Bitte an die Mitglieder der Gemeindevertretung: Arbeiten Sie an der Lösung der großen Probleme der Gemeinde Lautertal und nicht an der Verunglimpfung der jeweils anderen Fraktionen. Arbeiten Sie mit der Gemeindeverwaltung an der Erledigung der dringenden Aufgaben und beschäftigen Sie diese nicht mit zweifelhaften Anfragen und Zusatzaufgaben. Arbeiten Sie daran, den Respekt und die Anerkennung der Bevölkerung für die Gemeindevertretung wieder herzustellen. Für all diese Aufgaben wünsche ich Ihnen viel Erfolg, damit solche Leserbriefe in der Zukunft nicht mehr geschrieben werden müssen.

Harald Lannert

Ortsvorsteher

Schannenbach

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