Leserbrief

Sanierung der K 67

Sünden der Vergangenheit rächen sich

Als mir bekannt wurde, dass für den zwingend notwendigen Ausbau der Kreissstraße zwischen Fehlheim und Schwanheim ab Mai 2015 eine Vollsperrung dieses Teilstückes erfolgen soll, habe ich mir erlaubt, der Geschäftsführung des KMB, die an der Baumaßnahme beteiligt ist, einen Vorschlag für die Pkw-Umleitung zu unterbreiten.

Die beiden befestigten landwirtschaftlichen Wege von Fehlheim Richtung Bensheim könnten als Einbahnverkehr ausgewiesen und die Strecke des Gegenverkehrs im Bereich des Soldatenfriedhofs mit einer kurzen Ampelanlage mit entsprechenden Stauräumen entschärft werden. Mit geringem Aufwand wäre diese Umleitungsmaßnahme für Pkw in kurzer Zeit herzustellen.

Die Antwort auf meine E-Mail kam sofort mit dem Hinweis, dass man zur Zeit Lösungsmöglichkeiten für den gesamten Umleitungsverkehr suche, die in der gemeinsamen Sitzung der beiden Ortsbeiräte der Öffentlichkeit vorgestellt würden. Diese Aussage hat mich hinsichtlich der Umleitungsmöglichkeiten beruhigt.

Viele Fragen, wenig Antworten

Bei der Sitzung der beiden Ortsbeiräte von Schwanheim und Fehlheim wurde von Hessen Mobil das Projekt in allen Einzelheiten vorgestellt und mit einer Reihe von Plänen und Zeichnungen unterlegt. Die technischen Ausführungen waren sicher interessant. Die anwesenden Bürger hatten jedoch eigentlich nur zwei Fragen, und zwar: Wie lange dauert die Bauzeit, und welche Möglichkeiten der Umleitung gibt es?

Die Baumaßnahme wird quasi in drei Abschnitten ausgeführt - zunächst der Brückenteil über den Mühl- und Mittelgraben und anschließend die beiden Teilstrecken zu den Ortsteilen. Bauzeit zunächst sieben Monate plus X.

Anfragen, ob man die Bauzeit nicht reduzieren könnte, wenn man an zwei Stellen zeitgleich arbeiten würde, wurden mit Hinweis auf den Maschineneinsatz verneint. Sehr überzeugt wirkten die Fragesteller von dieser Antwort nicht.

Zum Thema Umleitung wurde erklärt, dass für die Fußgänger (Schüler) und Radfahrer östlich der Baumaßnahme eine entsprechende Umleitung eingerichtet werde.

Die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer, nämlich die Pkw-Fahrer, wurde auf das vorhandene Straßennetz verwiesen und die möglichen Umleitungen über Rodau und Langwaden aufgezeigt. Der Verdacht liegt nahe, dass für diese Lösungen kein allzu großer Zeitaufwand erforderlich war. Die Enttäuschung bei den Betroffenen war deutlich spürbar.

Mein Vorschlag wurde auch kurz angesprochen und von dem anwesenden Grünen-Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf sofort mit einem kategorischen Nein belegt und mit einer Reihe von gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen "zugeschüttet".

Keine Verbindung nach Fehlheim

Die bestehende Problematik ist wieder einmal der Beweis dafür, dass sich Sünden der Vergangenheit immer rächen. Beim Ausbau der A 5 in den 60er/70er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat die Stadt beim Bund beantragt, die Brücke über die A 5 in der verlängerten Saarstraße entgegen der ursprünglichen Planung in Straßenbreite auszubauen, um eine Ortsverbindung nach Fehlheim herstellen zu können. Der Bund hat unter Auflagen dem Wunsch entsprochen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde in allen städtischen Gremien immer wieder dieses Thema diskutiert, im Laufe der Zeit zerredet und letztendlich unter den Teppich gekehrt.

Wäre die Stadt damals worttreu geblieben, hätten die heute Verantwortlichen nicht den hohen Zeitaufwand für die Findung einer Umleitungsmöglichkeit gehabt.

Otto Schambach

Fehlheim

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