Leserbrief

Auszeichnung für Cohn-Bendit

Theodor Heuss wäre wohl sehr erstaunt gewesen

Theodor Heuss, unser erster Bundespräsident, wäre wohl sehr erstaunt gewesen über einen Preis, der mit seinem Namen verbunden ist und der nun an Daniel Cohn-Bendit verliehen wurde.

In einer Rede über "Jugend und Statt" im Jahre 1950 heißt es bei Theodor Heuss mit einem zeitkritischen Unterton: "In unserer Jugend gab es keine ,Magazine' und besonders nicht solche, die das Bedürfnis hatten, sozusagen intime Sensationen auszubeuten aus dem Leben gewesener Quasi-Größen, wie das heute zur peinlichen Geschäftsmode geworden ist."

Cohn-Bendit im Mittelpunkt

Cohn-Bendit veröffentlichte nicht nur "intime Sensationen gewisser ,Quasi-Größen'", sondern stellte sich ganz persönlich in den Mittelpunkt. In seinem 1975 veröffentlichten Buch "Der große Basar" propagiert er den straffreien Sex zwischen Erwachsenen und Kindern; Pädophilie wurde von ihm als Teil der sexuellen Befreiung gerechtfertigt, und er illustrierte dies auch noch mit einem Beispiel aus dem eigenen Erleben mit Kindern, die ihm anvertraut waren.

Im Kreis der Grünen, zu denen Cohn-Bendit gehört, war dies kein "peinliches Geschäftsmodell", von dem Theodor Heuss noch sprach, sondern es war Teil einer Langzeitstrategie gegen jede "Form von Tradition, Autorität und Wertbindung". In der Zeitschrift "Pflasterstrand" von 1975, für die Cohn-Bendit redaktionell verantwortliche war, beschreibt ein Erwachsener eines "der schönsten und sprachlosesten Erlebnisse", als er von einem sechsjährigen Mädchen verführt (???) wurde.

"Peinliche Geschäftsmode"

Was würde Theodor Heuss wohl dazu sagen, der schon im Jahre 1950 von "intimen Sensationen" und einer "peinlichen Geschäftsmode" der Magazine seiner Zeit sprach. Herr Cohn-Bendit, der seine schriftlichen Äußerungen zum Sex mit Kindern nun in das Reich der Fabel verweist, sollte sich einmal erklären, was er 1985 gesagt oder geschrieben hat, als auf dem Landesparteitag der Grünen in NRW die völlige Abschaffung der Paragrafen 174 bis 176 StGB gefordert wurde - mit der Begründung, dass Sex mit Kindern "angenehm, produktiv, entwicklungsfördernd, kurz: positiv" sei. Erst jetzt, da ihn seine Äußerungen zum Sex mit Kindern einholen, rudert er ein wenig zurück.

Um des Theodor-Heuss-Preises würdig zu sein, sollte sich Cohn-Bendit glaubwürdig dafür entschuldigen, dass er lange Zeit an der Zerstörung des Wertefundaments unserer Gesellschaft mitgewirkt hat.

Dieter Stephan

Bensheim

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