Leserbrief

Corona-Pandemie

Trau’ keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast

„Unverhältnismäßige Maßnahmen der Bundesregierung“, BA-Leserforum vom Donnerstag, 30. April

Herzlichen Dank für den Mut und den Aufwand, der sicherlich für diesen Leserbrief vom 30. April notwendig war. Das hat mich zu dieser Stellungnahme motiviert. Ich schließe mich der Meinung des Verfassers zu 100 Prozent an und mache hiermit meine Positionen, die ich seit Beginn dieser Krise engagiert im Freundeskreis vertreten habe, öffentlich.

Qualitätsjournalismus

Es ist nicht lange her, dass in großformatigen Anzeigen für „Qualitätsjournalismus” geworben wurde. Auch im BA waren diese Anzeigen zu finden. Damals ging es um Abgrenzung zu sozialen Medien und damit verbundenen Fake News und Verkürzungen. Dieser Qualitätsanspruch war und ist wichtig und richtig! Die Pressefreiheit, die ebenso eingefordert wurde, ist aus guten Gründen auch Bestandteil unserer freiheitlichen Grundordnung. Aktuell könnte sich der Qualitätsjournalismus beweisen: Indem kritisch hinterfragt und recherchiert wird und Erkenntnisse (auch entdeckte Lücken) entsprechend gut kommuniziert werden. Das kommt viel zu kurz.

Ich frage mich: Wo führt das alles hin? Wenn die Logik, die zum aktuellen Shutdown geführt hat, auch zukünftig angewendet wird, dann werden wir in allen kommenden Jahren jeweils mindestens einen Shutdown erleben. Ist diese Logik wirklich so gut und wasserdicht, um das zu rechtfertigen? Ist die Verhältnismäßigkeit gewahrt? Nein.

Die Logik leidet

Die Logik leidet an einem Wurzelproblem: Shit-in, shit-out. Virologen suchen nach einem Virus und unterstellen, dass der positive Test (die Verlässlichkeit des Tests war und ist mehr als fraglich) ursächlich für die Kettenreaktion bis hin zur Intensiv-Medizin oder der Todesfolge ist. Dass das nicht stimmt, wissen wir: siehe Ergebnisse der Pathologen oder auch Bericht des Gesundheitsministeriums in Italien: 88 Prozent der Toten sind nicht an Covid-19 gestorben.

Zum ersten Mal wird ein Mensch als „Fall” geführt selbst, wenn keinerlei Symptome vorliegen. Wir alle sind unvermeidlich unzähligen Viren ausgesetzt. Mit guten oder schlechten Tests können wir unendlich viele Viren nachweisen. Aktuell wird nur nach Covid-19 gesucht. Warum?

Als Informatiker habe ich früh gelernt: „Shit-in, Shit-out”. Das bedeutet: Wir füttern aktuell Formeln mit „Daten”, die beliebig manipuliert sind (siehe Änderung der Zählweise des RKI; siehe Änderung der Methode zu Berechnung von R0), um Vorhersagen wie „Zusammenbruch der Intensiv-Medizin” zu treffen.

Wir stellen dann fest, dass es nicht so ist. Aktuell werden circa 2000 Personen inklusive der Patienten aus Europa intensiv betreut. Wir haben 13 000 freie Intensiv-Betten. Kliniken melden Kurzarbeit an. Wenn dann eine der „Messgrößen” ausgedient hat, wird die nächste aus dem Hut gezaubert: erst Tage für Verdoppelungen, dann R0, jetzt Infizierte pro Tag – alles, um die Fortführung der Maßnahmen zu begründen. Das ist nicht wissenschaftlich, nicht verantwortlich und auch nicht erklärbar. Frei nach Winston Churchill: „Trau’ keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“

Und das passiert in Deutschland – mit unserem Gesundheitssystem und auf Basis unserer Gesetze und Grundrechte.

Der Heilsbringer ist keiner

Wir sind mit schlimmen Bildern konditioniert worden. Nun wird uns versprochen, dass der Heilsbringer in Sicht ist: die Impfung, die dann „die neue Normalität” ermöglicht. Eine Impfung, die dann regelmäßig erfolgen muss, weil von Mutationen ausgegangen wird und sich eine dauerhafte Herden-Immunität sowieso nicht einstellen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir sogar zu Zwangsimpfungen kommen, ist groß (siehe BA vom 29. April: Verbindung zu Prüfungen bei Grenzübertritt; siehe Aussagen von Politikern wie Herrn Söder, die Zwangs-Impfung befürworten). Und das alles als Folge von „shit-in, shit-out”. Und das alles in einem Jahr, in dem in Deutschland die absoluten Zahlen für schwere Atemwegserkrankungen nicht einmal ansatzweise ungewöhnlich sind (siehe www.euromomo.eu). Und das alles mit der Folge, dass Menschen auf wichtige Behandlungen verzichten müssen und massenweise Existenzgrundlagen vernichtet werden.

Nicht kleinreden

Ich möchte die Situation in anderen Ländern nicht übergehen oder kleinreden. Mir tut jeder Mensch leid, der einen Freund oder Verwandten verliert. Auch ich habe betroffene Freunde in Madrid. Aber gerade, weil der Verlust eines Menschen so groß ist, gehört es sich einfach auch aus moralischen Gründen, dass die wahren Zusammenhänge und Ursachen für jedes Land und Gesundheitssystem auf den Tisch kommen. Die Umstände und Vorerkrankungen sowie möglicherweise auch anderen Einflüsse (auch andere Viren?) müssen aufgedeckt werden. Ein fragliches Testergebnis auf Covid-19 alleine als Erklärung reicht hierfür nicht aus.

Es gibt Hoffnung

Die widersprüchlichen und nicht ausreichend begründeten Verbote, nach denen sich Verwandte im Baumarkt mit 1,5 Metern Abstand treffen können, aber nicht in privaten Räumen, sind zum Glück nun zum ersten Mal von einem Gericht gekippt worden (28. April, Verfassungsgerichtshof des Saarlandes). Dass die Begründungen für die Maßnahmen irreführend und nicht ausreichend sind, hat das Gericht auf 18 Seiten dokumentiert. Hoffentlich ist das ein Anfang zur Vermeidung der sonst unvermeidlichen Konsequenzen und absehbaren „Dauer-Pandemie-Jahre“.

Ich wünsche uns allen, dass wir wertvolle Schlüsse aus der Analyse ziehen und erkennen, wie wir in diese Situation gekommen sind. Wir sollten keine Angst haben, daraus zu lernen, dass grundlegende Dinge geändert werden müssen. Wir verdienen es, umfassend und schlüssig informiert zu werden, wenn unsere Grundrechte derart eingeschränkt werden. Und: Ein Mensch ist ein Individuum. Ein Impfstoff für alle ist definitiv nicht die Antwort auf diese Misere. Wer das sagt, verkürzt und verdreht die Wahrheit.

Bertram Mandel

Bensheim

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